Diese Sache mit der Verpackung…

Letztes Jahr habe ich angefangen und mich bewusster mit dem Thema Plastik auseinandergesetzt. Das Plastik immer mehr zum Problem wurde und immer noch wird, war mir schon länger bewusst. Viel dagegen gemacht habe ich da noch nicht gegen den ganzen Plastikkonsum. Wie auch? Es war immer so einfach die abgepackten Sachen im Supermarkt in den Einkaufswagen zu packen. Irgendwann kam der Wandel im Denken. Wozu sind Gurken in Plastik eingepackt? Warum die Kekse alle einzeln? Nicht nur Plastik an sich, Müll im Allgemeinen stellte sich in meinem Kopf als immer problematischer dar.

Der WWF sagt, dass der größte Anteil von Plastikfluten über’s Land in die Meere getragen wird. Und dann sterben Schildkröten, Wale, Delfine… Die Doku von Mario Rodwald (Kitesurfer) hat mir dann vollends gezeigt, dass es so nicht weitergehen kann. Wenn Schildkröte und co schon Grund genug sind, kommt ja dann auch noch unserer eigener Körper hinzu. Vielleicht verwickeln wir uns nicht in Geisternetzen oder verletzten uns an Plastikflaschen, aber in so vielen Dingen ist Mikroplastik drin. Als ich meinen Patienten zur Schule begleitet habe, habe ich gelernt, dass wir in der Woche die Größe einer Kreditkarte an Mikroplastik aufnehmen.

Meine Plastikfrei-Challenge habe ich für einen Monat konsequent durchgezogen. Das war um die Jahreswende rum. Danach habe ich, aus unerfindlichen Gründen, etwas nachgelassen. Vielleicht war das wegen des Lockdowns. Oder vielleicht erkläre ich mir das auch einfach nur gerne so. Mittlerweile habe ich die Challenge aber wieder aufgegriffen. Es läuft ganz okay. Einen Monat haben wir so gut es ging ohne Plastik gemeistert. Mittlerweile haben wir wieder etwas nachgelassen, aber auch nur, weil es einige Sachen ohne Plastik einfach nicht zu kaufen gibt.

Wann immer möglich versuche ich in unserem plastikfreien unverpackt Laden einzukaufen. Da ich die Preise da allerdings für einige Sachen unverschämt hoch finde, weiche ich dann ab und an auf Bio-Supermärkte aus. Und ich merke auch weiterhin, dass es mir schwer fällt, wenn ich im Supermarkt bin, an manchen Sachen einfach vorbeizugehen: Tortellinis oder Gnocchis zum Beispiel. Und die sind leider IMMER in Plastik. Bei allen anderen Sachen, habe ich weitestgehend eine Alternative gefunden. Alternativlos bleibt aber auch Hafermilch. Es gibt genau eine einzige in der Pfandflasche und die schmeckt uns nicht.

Es sind first-world-problems. Ja, das denke ich mir immer, wenn ich wieder mit einem Plastikstück nach Hause gegangen bin. Aber wenn nicht wir den Anfang machen und unseren Müll reduzieren, wer soll es dann machen? Ich hoffe ein bisschen, dass die nowaste-Richtung von mehr und mehr Leuten unterstützt wird und auch die Läden mehr und mehr ins Nachdenken und Handeln kommen. Ein bisschen so wie mit den Vegetariern. Was früher ganz verpönt war, ist heute schon zur Normalität geworden. Ein bisschen Normalität können wir hierbei gebrauchen.

Ich weiß auch, dass ein Ohne-Müll-Leben einige Voraussetzungen bedarf. Mich kostet das viel Ehrgeiz. Es bedarf vor allem auch viel Zeit: Schnell mal eben in den unverpackt Laden ohne vorher zu überlegen, was man kaufen will und dann vielleicht keine Behältnisse dabei zu haben, das geht halt nicht. Es braucht auch Zeit, wenn man z.B. von der Gnocchis Plastikvariante umsteigen will und selbst Gnocchis machen möchte. Und es braucht Geld. Denn wie vorhin schon kurz angerissen: Die Läden sind im Durchschnitt teurer als die „normalen“ Supermärkte. Aber auch, wenn all die Voraussetzungen nicht bestehen, das Bewusstsein beim Einkauf zu haben und darauf zu achten, wie man den Müll doch etwas reduzieren kann, das kann eigentlich jeder.

8 replies to “Diese Sache mit der Verpackung…

  1. Ich finds super, dass du dich damit so auseinandersetzt. Seit ich vor allem in Hamburg bin gehe ich fast ausschließlich auf dem Markt einkaufen, mit eigenen Netze und Beuteln und zukünftig wohl auch mit eigenen Dosen, wenn es mal Nudeln oder so sein sollen.
    Zur Hafermilch: von der Voelkel gibt es ja inzwischen neue Sorten. Hast du die mal probiert? Zumindest die Barista ist wohl nicht mehr so wässrig, wenngleich sie dafür mehr nach Hafer schmeckt. Die habe ich für irgendwann mal auf dem Zettel, ich muss aber auch sagen, dass der Preis mich etwas abschreckt…

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    1. Auf dem Markt bin ich viel zu selten – zumindest in letzter Zeit. 😦 Aber das muss ich mal wieder verstärkter machen.
      Ich glaube, die neuen Sorten habe ich bisher noch nirgends bei uns gefunden. Irgendwie gibts da immer noch die „ganz normale“ und die schmeckt leider nicht so richtig, wie ich mir das wünschen würde :/ Aber ich informiere mich gleich mal Online, ob es die hier irgendwo gibt.
      Der Preis, jaaa.. da stimme ich dir zu!

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      1. Die neuen Sorten gibt es auf jeden Fall noch nicht sehr lange. Habe sie letztens bei meinem Besuch bei einer Kommilitonin in Lübeck gesehen und kurz darauf auch hier in Hamburg 😊 vom Original hatte ich mir aber auch definitiv mehr versprochen! Mein Hafermilchverbrauch beläuft sich meist auf mehr als einen Liter in der Woche, da wären Pfandflaschen eine tolle Lösung. Hast du mal versucht Hafermilch selbst zu machen?

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      2. Mein Freund hat das tatsächlich schon öfter versucht – das hat auch geklappt, aber war meistens geschmacklich auch nicht so der Hit. Das ist echt schade, dass es da noch keine Lösung gibt. Wir verbrauchen nämlich auch recht viel von der Hafermilch. 😦

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      3. Ich habs bisher noch nicht versucht, werde mich nach Weihnachten aber mal wagen. Da bekomme ich von der Schwiegerfamilie einen Nussmilchbeutel. Was trinkt ihr denn bisher?
        Wenn ich was gutes finde, kann ich dir gerne berichten!

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