Hörst du das Lied der Berge? Das Flussrauschen von klarem Wasser. Die Alarmrufe der Murmeltiere. Den Steinschlag, losgetreten von den Steinböcken. Das Piepsen der Steinschmetzer, der Bergpieper und Rotschwänze. Die flüsternden Wolken am Himmel, tief und schwer. Den Wind in den Gräsern und Blumen. Die Schritte, deine eigenen, auf dem Wanderweg. Manchmal auch einfach nur Stille. Stille, die es nur in den Bergen gibt.



Mich bringen die Berge bei jeder Wanderung ein kleines bisschen mehr zu mir selbst. Es ist wie meditieren. Die Gedanken sind erst ganz laut. Sie toben, machen sich Platz. Und dann werden sie mit jedem Schritt ruhiger. Und ruhiger. Und ruhiger. Und das Lied der Berge wird lauter.




Unsere Wanderung zum Col du Grand Fond hatte knapp 800 Höhenmeter, 14 km Weg. Wechselhaftes Wetter. Bei Sonne los. Immer mehr zog sich der Himmel zu. Höhepunkt der Schlechtwetterfront ereilte uns direkt am Col. Der Wind brauste um die Ohren, es fühlte sich plötzlich nach Handschuh und Mützenwetter an. Der Regen lief das Gesicht und die Beine runter. Und nach 20 Minuten kam die Sonne wieder raus. Der Körper musste einiges mitmachen.