Hatten wir bei unserem letzten Kurzurlaub dauerhaft das Otis-Dach auf und die Markise draußen, war dieser Urlaub nun ein bisschen durchwachsener. Die erste Nacht am Lift war kühl, aber trocken. Die erste Nacht auf dem Campingplatz war nass. Es begann schon am Abend zu regnen – sehr doll zu regnen. Und als wir am nächsten Morgen hinausschauten, sahen wir eine weiße Schneepracht. Unsere Wanderung auf die Versalerspitze oder die Fädner Spitze waren damit hinfällig. Eigentlich war alles was Höhenmeter beinhaltete damit hinfällig. Mit einem Schulterpatienten kann man kein Risiko eingehen.
Also liefen wir nach dem Frühstück – der Schnee war weggeschmolzen – los Richtung Galtür. Auf einem breiten Schotterweg, der uns die ersten 6 km einfach nur sanft bergab führte. Was für ein einfacher Spaziergang. Zwischendrinnen entdeckte ich noch einen Haufen Steinböcke. Mehr hörte ich sie zunächst, sie rangelten nämlich ziemlich miteinander.
Auch die umliegenden Berge gaben ein wudnerschönes Panorama ab. Spitze um Spitze zeigten sie sich vor dem grauen Himmel. Aber die Luft war klar, die Sicht war klar. Es war wunderschön. In Galtür angekommen, stolperten wir ins Alpinarium. Galtür ist für ihr Lawinenunglück tragischerweise bekannt. So wie Ischgl (ein paar Orte weiter) bekannt als Covid-Hotspot ist. Im Alpinarium gab es aber nur einen Kaffee für meine Begleitung, bevor wir beschlossen weiter zum Sonnenkogel zu laufen.



Wir wollten ja eigentlich nur eine kleine Wanderung, mehr einen Spaziergang machen. Er wurde doch wieder 15 km lang und hatte auch etliche Höhenmeter. Ich merkte die Höhenmeter vom Breitspitz am Vortag in den Beinen, als wir zum Sonnenkogel hoch maschierten. Wirklich einen Gipfel konnte man ihn nicht nennen, aber umso schöner war der Weg dorthin. Wasseramsel, Bluthänfling, Tannenmeisen, Berglaubsänger, und und und. Sie zwitscherten alle in den Ästen und das am Mittag.

Vom Sonnenkogel aus ging es dann wieder hinunter an den Fluss, wo die Wasseramsel noch immer munter von Stein zu Stein hüpfte. Und dann begann der lange, doch recht steile Aufstieg zum Campingplatz. Als wir dann dort auf dem Platz ankamen, passierte nicht mehr viel: Wir aßen ein verspätetes Mittagessen, spielten ein bisschen, lasen viel und genossen das trockene Wetter.

