Frei

Weites Land und kaum ein Mensch zu sehen. Im Innenland von Frankreich und Spanien treffen wir bisher kaum Touristen. Vor allem niemanden mit Van oder Womo. Ganz selten sind wir an abgelegenen Orten, wo sich dann doch noch jemand spät hinverirrt. Immer wieder ist das eine Überraschung, wenn plötzlich jemand auf den Platz fährt. Meist ist es bereits am dämmern oder gar schon dunkel.

Wir sind frei in dem was wir tun. Wir können fahren wohin wir wollen. Wir haben keine Verpflichtungen. Einfach die Tür zu und los geht es. Und wenn es schön ist, dann halten wir wieder an. Gefällt es uns nicht, gehts weiter. Bisher fahren wir nur sehr selten auf Campingplätze. Freistehen ist das Zauberwort. Es gibt viele tolle Orte, an denen das gut funktioniert.

In Frankreich wird Freistehen toleriert. An Stränden und in Naturschutzgebieten ist es verboten. In Spanien steigt keiner durch die Vorschriften durch. Hier kann jede Gemeinde selbst entscheiden. Aber auch hier gilt: In Naturschutzgebieten und am Strand ist Freistehen verboten.

Ich kann den Zauber des unabhängig seins und der Nähe zur Natur gut nachvollziehen. Wenn ich aber sehe, wo Leute mit ihren tonnenschweren Autos, Vans oder gar Wohnmobilen hinfahren, nur um den besten und schönsten Blick zu haben, ballen sich meine Fäuste. Freistehen auf Nebenstraßen, Schotter oder kleinen Parkplätzen geht alles klar. Aber nicht übers Moos in den Wald rein oder über die Schlüsselblumen auf die Wiese.

Noch dazu kommt der Müll. Ich will nicht leichtfertig beschuldigen, denn sicher tun Wander:innen, Motoradfahrer:innen, Fahrradfahrer:innen und co ihr übriges. Dennoch: Egal, auf welchen Platz man kommt, es liegen überall Taschentücher und Klopapier. Leute, dass baut sich nicht einfach so ab. Nehmt doch euren Mist wenigstens wieder mit. Damit andere auch noch was von dem schönen Fleckchen Erde haben und die Flora und Fauna nicht darunter leiden muss.

Freistehen und Freisein ist schön. Mit ein paar rücksichtsvollen Taten umso mehr. Wir genießen die Natur, also sollten wir ihr nicht schaden. Ich verstehe schon, warum in den meisten Ländern das Wildcampen/Freistehen verboten ist. Hinzu kommt ja auch, dass das Camping überhand genommen hat. Jeder hat einen ausgebauten Caddy bis Luxus Wohnmobil in der Scheune stehen. Und jeder fährt ans Mittelmeer.

Ein paar der einsamen Stellplätze, ganz ohne andere Camper, haben wir dann aufgespürt. Wanderparkplätze, Aussichtspunkte, kostenfreie Stellplätze oder alte Forstwege. An jedem der bisherigen haben wir uns wohlgefühlt. An den meisten konnten wir der Natur trotzdem nah sein, obwohl wir auf festem Boden standen. Ruhe gibt es auch an diesen Orten.

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