Hochebene Ribeiro Frio [Madeira]

Nach einem Tag Sonne folgt gewöhnlich erst einmal wieder Regen. Aber auch auf dieser Wanderung blieben wir weitestgehend trocken. In Ribeiro Frio, ein Ort der nur aus einer Forellenzucht, einem Restaurant und einem Cafe zu bestehen schien, starteten wir unsere Wanderung. Wahrscheinlich war das die ruhigste Wanderung. Wir trafen nämlich bis kurz vor Ende nur einen einzigen Menschen.

Was für ein Glück nach dem überlaufenden Tag am Kap. Die Wanderung war allerdings auch gar nicht für Gegenverkehr ausgelegt. Sie führte erst auf einem breiten Weg an der Levada entlang, jedoch wurde der Weg zunehmend schmaler. Ab und an musste man seine Sachen und sich selbst gut zusammenfalten, um durch die schmalen Abschnitte hindurch zu passen. Es gab glücklicherweise keinen einzigen Abschnitt, der nicht gesichert war. Teilweise ging der Abhang an der Seite nämlich ziemlich steil ins Nichts. Wir liefen also erst einmal sehr lange und entspannt an der Levada entlang, begutachteten immer wieder Wasserfälle und bogen dann ab und stiegen einen steilen Anstieg bis zur Hochebene hinauf.

Hier oben herrschte absolute Stille. Kein Wasserrauschen mehr, keinerlei andere Geräusche oder Störungen. Nur der Regen saß uns etwas im Nacken. Eine dunkle Wolkenfront schien auf uns zuzuhalten. Wagemutig packten wir unser Picknick aus, aßen in ganzer Ruhe und bekamen nur ein paar Tropfen ab. Die Hochebene nahm keinen großen Teil der Wanderung ein. Eigentlich ziemlich sofort, bzw. nach ca. 200 Metern, ging es dann auf einem alten Steinweg wieder steil an den Abstieg.

Wenn die Wolken sich für einen kurzen Moment verzogen hatten, konnten wir sogar das Zentralmassiv bestaunen. Was für Berge! Auf der weiteren Wanderung wurde es dann aber eher kleiner: Ich startete meinen ersten Versuch die Madeira-Goldhähnchen zu fotografieren. Ich kann euch sagen, dass das eine ziemlich traurige Angelegenheit war. Die kleinen Vögel waren einfach viel zu schnell für meine Kamera und mich. Sie piepsten, ich versuchte zu fokussieren, weg waren sie schon wieder. Trotzdem verliebte ich mich an Ort und Stelle in sie.

Aus Trotz fotografierte ich dann die Flechten. Sahen ja auch sehr nett aus und hielten wenigstens still. Der Wald um uns herum war überzogen von Flechten und bestätigte die konstant hohe Luftfeuchtigkeit. Mit schmerzenden Knien (die Steigung des Weges war mal wieder nichts für gewöhnliche Körper) kamen wir dann unten im Ort wieder raus.

Hier trafen wir auch wieder auf die Levada. Davon bin ich ja großer Fan geworden. Alles in allem eine ruhige, schöne Wanderung. Im Ort hatten sich übrigens mittlerweile die Menschen gestapelt. Es roch ziemlich lecker nach geräuchertem Fisch. Wahrscheinlich war das der Tourimagnet.

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