Ponta do Pargo [Madeira]

Der Blick aus dem Fenster ließ erahnen, dass das Wetter sich in der Nacht so richtig ausgetobt hatte. Das Meer war nur mit viel Phantasie zu erkennen, Wolken zogen den Berg hinauf. Während unseres Frühstücks änderte sich dies aber zunehmend und wir beschlossen die Wanderung früher zu starten. Es ging mit dem Auto nach Ponta do Pargo, ein kleiner Ort an der Westküste der Insel.

Unsere erste Wanderung stand an. Die Levadas wurden mir im Vorfeld mehrmalig empfohlen. Von Bekannten, von Verwandten und Unbekannten. So richtig vorstellen konnte ich mir darunter nichts. Was sollte daran anders sein, als am Harzer Wasserregal? Für mich war nur der Küstenabschnitt der Wanderung wirklich lohnenswert – dachte ich naiv. Nach einem steilen Anstieg auf asphaltierter Straße kamen wir dann bei der Levada an. Mit dem ersten Schritt an dem Wasserlauf entlang war ich begeistert.

Überhaupt bekam ich erst jetzt so richtig einen Eindruck von der Insel. Dunkles Grün wohin man sah, im Kontrast stehend zu den rotbraunen Farnen. Eukalyptusduft in der Luft, vermischt mit einer Frische, wie sie eigentlich nur Frühlingsluft zaubern kann.

Am schmalen Wasserlauf der Levada entlang ging es dann ca. 5 km. An der Natur um mich herum änderte sich nicht viel, aber da sie so vielfältig war, langweilte es überhaupt nicht. Rote Blüten, gelbe Blüten, weiße Blüten. Hügel um uns herum und zwischendurch doch tatsächlich ab und zu ein Blick auf den Atlantik.

Vom Regen aus der vergangenen Nacht war der Pfad teilweise überflutet und es galt auf dem kleinen Levada-Mäuerchen entlang zu spazieren. Ein kleines Bootsrennen war natürlich auch drin. Irgendwann endete unser Weg an der Levada entlang und es ging auf einer Straße steil bergab in den Ort.

Sobald wir aus dem Schutz der Häuserreihen traten drohte ich wegzufliegen. Der Sturm war noch lange nicht fort, er hatte sich nur hinter dem schönen Sonnenschein versteckt. Kein Grund für uns die Aussichtspunkte ausfallen zu lassen. Nach einem kurzen Snack an der Kirche ging es dann hinunter zur Steilküste.

Auf dem schmalen Pfad das Gleichgewicht zu halten gelang mir nur mit großen Dagegenhalten. Aber ein Blick auf das Meer, die Küste neben sich und den Wind in den Haaren (und auch sonst überall) konnte ich mir nicht entgehen lassen. Dazu der strahlend blaue Himmel, wolkenlos.

Wir besuchten noch zwei weitere Aussichtspunkte auf unserem Weg. Jedes Mal Sturm, jedes Mal ein unbeschreiblich schöner Ausblick. Da steht man also an diesen ultra steilen Küsten, schaut auf ein unendlich großes Meer und spürt diese mächtige Weite bis zum Horizont. Klein fühlt man sich dann, gar winzig. Alles Schlechte kann losgelassen werden. Soll der Wind es mitnehmen und forttragen.

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