Gedenkstätte Bergen-Belsen

Unsere Rückfahrt stand bevor. So oft waren wir von der Ostsee nach Hause gefahren, immer an der KZ-Gedenkstätte Bergen-Belsen vorbei. Nie haben wir angehalten. Bis jetzt. Stimmungsmäßig passte alles. Das Wetter war eisig kalt, grau und traurig.

Bevor wir hier ankamen hatte ich in den Wochen davor immer wieder Berichte im Fernsehen gesehen. Zeitzeug:innen, die zurückkehrten und berichteten. Sonderausstellungen wurden vorgestellt. Nach Mittelbau-Dora war das die zweite Gedenkstätte, die ich besuchte. Mit den ersten Schritten auf das Gelände legte sich Beklemmung über mich.

Es fröstelte mich auch im warmen Inneren. Die Ausstellung ist sehr umfangreich, mit vielen Infotafeln, Interviewausschnitten und Fotos. Wir brauchten ca. 2 Stunden um uns über all die Schrecklichkeiten, die hier geschehen waren zu informieren. Es war hart und grausam. Die Stimmung bedrückt, andächtig, ergreifend. Wozu waren Menschen fähig? Und wer versichert uns, dass etwas ähnlich schreckliches nicht wieder passieren wird? (Das sind andere Gedanken, die in einen anderen Post gehören.)

Was für eine herrlich schöne Natur mit ihren Herbstfarben. Sie stand im tragischen Kontrast zu den Taten. Wir entschieden uns trotz eiskalten Wind, schweren Herzen und unangenehmen Nieselregen noch eine Runde über das Außengeländer zu gehen. Die Massengräber sind das Einzige, was auf dem Gelände noch erhalten ist. Die Baracken und Gebäude sind alle verschwunden. Die Erinnerung ist es nicht.

15 replies to “Gedenkstätte Bergen-Belsen

  1. Ich persönlich finde, dass so ein Besuch Mut kostet. Den Mut, sich mit dieser grausamen deutschen Vergangenheit auseinanderzusetzen. So habe ich das bei meinem Besuch vor vielen Jahren im KZ Neuengamme (bei Hamburg) empfunden. Und wie du schon schreibst, die Erinnerung an all diese Grausamkeiten im Dritten Reich unter Hitler dürfen nicht in Vergessenheit geraten. Das finde ich immens wichtig.

    Danke fürs Erinnern und diesen Blogbeitrag, liebe Frau Klitzeklein.

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  2. Es sollte verpflichtend sein, daß jeder einmal in seinem Leben in solch einer Gedenkstätte gewesen ist. Ob als Schüler oder später.
    Und Du hast recht: es ist irgendwie ein November- Thema. Ich war vor Jahren mal in der eher kleinen Gedenkstätte an der Wewelsburg.

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      1. Solch ein paar Nasen hast Du leider immer. Die fängt man auch nicht ein. – Aber gerade deshalb ist die Auseinandersetzung mit dem Thema vor Ort wichtig. Und es ist Geld da für so viel Unsinn – da fänd ich es gut angelegt, wenn jede Schulklasse einmal an solch einem Ort gewesen ist.

        Ich denke mal, an einem heißen Tag könnte man sich noch mehr vorstellen, wie diese körperliche Zugrunderichtung gewesen sein muß für Leute, denen Nahrung wenig oder gar nicht zuteil wurde. Aber es stimmt, Herbst ist die richtige Zeit, vor allem vielleicht auch, weil man für diese Stimmung empfänglicher ist.

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