Nebel

Der Morgen liegt in der Früh schwer auf meiner Brust. Im Moment jeden Tag. Nicht nur, weil der Nebel so tief hängt. Über mir hängt mein ganz eigener Nebel. Die letzten Wochen waren hart. Wie oft habe ich das schon geschrieben oder gesagt. Immer mit dem Nachschub: Aber ab nächster Woche wird es besser. Und auch gestern, auch heute, stolperten diese beiden Sätze aus mir heraus.

Heute ist ein Tag, an dem sich der Nebel etwas verzieht. Kurz mal wieder Land in Sicht. Nach drei Jahren Weiterbildung habe ich es nun geschafft den 2. Meilenstein abzuhaken. Erst die praktischen Stunden in der Klinik und nun die 600. ambulante Stunde in der Praxis. Mein erster Prüfungsbericht ist ebenfalls fertig. Es fehlen noch fünf. Noch zwei Workshops und dann ist auch dieser Meilenstein geschafft. Die kleinen Etappen zum großen Ziel der Approbation. So langsam sammelt sich alles an. So langsam können an die einzelnen Dinge Haken gesetzt werden.

Zwischen all dem Schreiben, Lernen, Therapieren, Arbeiten und Workshops besuchen bleibt kaum Zeit um Luft zu holen. Die Beteuerungen „nächste Woche wird es entspannter“ helfen nicht. Sie machen den Nebel nur dichter. Und sie sind zusätzlich eine Lüge. Daher ist es gerade für mich umso wichtiger Pausen einzulegen. Morgens meinen Tee in Ruhe zu trinken, mal zwei Stunden rauszukommen und Rad zu fahren, einen Spaziergang zu machen, leckeres Essen zu essen, abends im Bett zu lesen oder einen Blogeintrag zu schreiben.

Kleine Pause schaffen kleine Lücken in den Nebelschleiern. Sie helfen beim Durchatmen und freien Blick auf’s Ziel. Denn hinter all der Anstrengung verbirgt sich hoffentlich Sonnenschein. Und seien wir mal ehrlich: Der schönste Herbstmorgen ist nun mal der, wenn nach den Nebelschwaden die Sonne durchbricht.

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