Zwischen Raps und Wiesen [P23, Hessen]

Gestern sah der Wetterbericht für heute noch ziemlich trostlos und vor allem sehr nass aus. Heute Morgen war davon aber nichts mehr zu sehen. Der Himmel zwar wolkenverhangen, aber nicht so grau und dunkel wie erwartet. Wir packten also unsere Sachen und brachen mehr spontan als geplant zu einer Wanderung auf.

In dieser Jahreszeit schwärme ich immer wieder von den Premiumwegen in Hessen. Auch dieses Jahr überzeugten sie mich bisher schon einige Male. Auch der P23 führte wieder einmal durch viel Natur. Schmale Pfade, weite Wiesen und vor allem sehr viele Rapsfelder. Es ging fast nur bergauf und wieder bergab. Meine Beinen wurden schnell schwer, aber auf diese ganz angenehme Weise.

Die ersten Schritte auf dem Waldboden, die ersten Atemzüge der frischen Luft, die ersten Gesänge der Vögel im Ohr – all das hatte mir sehr gefehlt und so eine Wanderung erschien mir plötzlich schon ewig her. Ich erinnerte mich kurz an unsere letzte Wanderung zurück und bemerkte, dass es gar nicht lange her war. Im Moment scheint das Zeitgefühl Urlaub zu machen.

Wir brauchten für knappe 10 km ca. vier Stunden. Vor allem, weil wir viele Fotos machten und ziemlich oft für eine kleine Teepause anhielten. Denn wenn man so wunderschöne Emaillen-Tassen zum Geburtstag bekommen hat, lohnt es sich die Thermoskanne noch viel mehr zu nutzen. Mit der kleinen Tasse in der Hand, mit passendem Motiv für die Natur, freute ich mich wie ein kleine Wald- und Wiesenkönigin.

Das Herz meiner Eltern hätte hier in dieser Kirchenruine sicher höher geschlagen. Aber auch meins schlug bis zum Himmel, denn nicht nur die Kirche, sondern vor allem auch der uralte Friedhof hatten es mir angetan und eine besonders mystische Stimmung an sich.

Zwischendurch gab es natürlich auch hier wieder großen Ärger über ignorante Menschen, die ihre Hunde nicht an der Leine führten und gleichzeitig bei Hinweisen darauf auch noch unverschämt dumm reagierten. Dabei wäre es hier wieder so wichtig gewesen, die Tiere zu schützen, denn sie waren wirklich überall. Ob es nun der Feldhase, die Rehe oder die Feldlerche waren.

Nicht nur die Waldtiere waren unterwegs und munter. Auf dem Weg traf ich auf einen Tigerschnegel. Hatte ich vorher noch nie von gehört, geschweige denn mal eine gesehen. Mit großer Freude und noch größerer Entdeckerlust (aber natürlich immer mit dem gebührenden Abstand) studierte ich gefühlt jedes Insekt und jeden Vogel voller Inbrunst. Es war so schön zu hören und zu sehen, wo das Insektensterben immer mehr zunimmt, dass sie hier so fröhlich tobten und eifrig ihrem Insektenleben nachgingen. Vielleicht gibt es an solch zauberhaften Orten wie hier, doch noch ein bisschen Hoffnung.

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