So aufgeregt war ich lange nicht mehr. Ich sitze noch ein paar Sekunden länger im Auto, erblicke meine Cousine, setze mir die Maske auf und steige aus. Trotz Maske rieche ich es sofort: Der Geruch von Kindheit und Glück. Ich stehe hier am Stall und bin sowas von startklar, um loszureiten.
Meine halbe Kindheit habe ich auf dem Pferd verbracht. Meine Tante war schon immer mit Herz und Seele Pferdeliebhaberin. Zum Glück muss ich sagen, denn so habe ich reiten und voltigieren gelernt. Bin mit meiner Cousine und/oder meiner Tante durch die Wälder geritten und hatte sogar mein eigenes Pony. Unnötig zu erwähnen, dass ich das abgöttisch geliebt habe.
Zuletzt saß ich vor ca. 6 Jahren auf dem Pferd. Ein kleiner Ausritt ohne große Aufregung in den Hills von Los Angeles mit meiner ehemals besten Freundin (liebe Grüße, falls du das liest). Ich erinnere mich gerne zurück an die Zeit. Nicht nur an die Zeit in den USA, sondern vor allem auch an meine Kindheit auf dem Pferd.
An diesem Samstag habe ich erst einmal ein bisschen Sorge, dass ich reiten verlernt habe. Aber sobald ich wieder auf dem Pferd sitze, fügt sich alles in Position. Traben hingegen ist erst einmal ungewohnt und der Rhythmus hier etwas schwieriger zu finden. Das Hufeklappern auf der Straße, das gemütliche Schwanken meines heutigen Leihpferdes und der Geruch von Pferd und Leder machen mich glücklich.
Es geht hier aber nicht nur um das Reiten und das Pferd, sondern auch um meine Cousine. Ich bin sehr dankbar, dass sie mir den Ausritt ermöglicht hat. Früher haben wir viel Zeit miteinander verbracht, irgendwann haben wir uns dann aus den Augen verloren und uns nur noch an Familiengeburtstagen gesehen. Umso schöner war es, die zwei Stunden mit ihr zu verbringen.
Es sind diese kleinen Dinge, diese ganz bestimmten Erlebnisse, die uns an unsere Kindheit erinnern. Schön, dass deine Cousine und du so ein Erlebnis zusammen hattet 🙂
Liebe Grüße
Kasia
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Da bin ich wirklich sehr froh drum 🙂
Liebe Grüße!
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Es ist immer wieder erstaunlich wie Gerüche Erinnerungen wachrufen. Bei Holzkohlefeuer bin ich sofort in Afrika, bei „Stallduft“ in der Kinheit auf dem Land und bei Seeluft höre ich das klappern der Segel.
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Absolut. Gerüche sind was feines 🙂
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