Totholz [Waldwegweiser & Baumbetrachtung]

Wie oft seid ihr in den letzten Wochen und Monaten durch den Wald gelaufen und habt euch über all die gefällten Bäume gewundert? Mich persönlich macht das immer sehr traurig. Aber tote Bäume können, wenn sie nicht direkt aus dem Weg geräumt, verarbeitet oder gar verbrannt werden, so nützlich sein. Wie passiert es aber überhaupt, dass Bäume zu Totholz werden? Hauptsächlich die Naturgewalten wie Schneelasten/Schneebruch und Wind gehen den Bäumen an die Rinde. Sind sie dann sowieso schon durch Krankheiten, Pilzbefall oder Insekten geschwächt, geht der Fall schnell(er).

Ihr kennt die Bilder (z.B. aus dem Harz) sicher gut. Der Klimawandel führt zu anhaltender Dürre und die enorme Trockenheit macht es dem Borkenkäfer ein leichtes, die Bäume auszuknocken. Borkenkäfer gab es auch damals schon. Es sind nur sehr viel mehr geworden und die Bäume/Fichten sind viel geschwächter. So liegen dann im National Park Harz unzählige tote Fichten. Ganze Flächen, vorher dicht bewaldet, sind nun abgeholzt und kahl. Nicht nur der Harz mit seinen Fichten leidet unter der Dürre. Auch in Hessen sind viele Laubwälder von dem heißen Wetter betroffen und auch hier zeigen sich immer mehr gerodete Flächen.

Was passiert nun aber mit den toten Bäumen, wenn sie umgefallen sind? Sie bieten Lebensraum für viele Arten von Insekten, Pilzen, Moose, Flechten, Vögel und vielen mehr. Auf meinem Spazierweg habe ich schon beobachtet, dass in den alten Spechthöhlen mittlerweile Meisen und manchmal sogar Stare wohnen. Angeblich leben auch Fledermäuse und Käuze gerne in Totholz.

Pilze und Insekten sind eine große Hilfe, um den Wald am Leben und ihn gleichzeitig frisch zu halten. Beide sind dafür zuständig das Totholz so zu zersetzen, dass es am Ende wieder durch andere Pflanzen und Bäume aufgenommen werden kann. So wird altes Holz verwertet und von den lebenden Pflanzen und Bäumen genutzt.

Ist Totholz also ein Superheld? Ja. Schon irgendwie. Denn von Totholz profitieren nicht nur die ganzen Tier- und Insektenarten, nicht nur die Pilze, Moose und Flechten; Totholz gibt nicht nur Mineralien an die Umgebung ab. Da Totholz ziemlich lange braucht, um zersetzt zu werden (vor allem bei dicken und alten Bäumen beansprucht das eine gewisse Zeit), hilft es auch noch dem Klimawandel entgegen zu wirken. Denn sonst werden Bäume ja eher verbrannt oder verarbeitet, was ziemlich viel CO2 in die Umwelt abgibt. Lässt man die Bäume einfach liegen, steigt der Kohlenstoffdioxidausstoß weniger schnell.

2 replies to “Totholz [Waldwegweiser & Baumbetrachtung]

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