Das anhaltende Nervenzerren

Normalerweise schaue ich kurz vor Weihnachten auf das Jahr zurück. Kurz bevor ich in die spanische Sonne fahre, zum Wandern, mit der Familie. Dieses Jahr hat mir einiges abverlangt. Urlaube sind gestrichen wurden. Freunde, die in anderen Städten wohnen, konnte ich schon lange nicht mehr sehen – außer über Video. Die Pandemie hat uns fest im Griff. Heute Morgen habe ich im Radio gehört, dass sie neuen Anlauf nimmt. Wieder ein neuer Rekord an Neuinfektionen. Meiner Meinung nach muss der Lockdown kommen. Ich brauche dieses Jahr keine Weihnachtsfeiern. Ich brauche kein Silvester.

Das Virus schlägt immer näher zu. Letzte Woche wurde ein Kollege positiv getestet. Er ist jung, er ist sportlich, er ist fit und dennoch hat ihn Covid-19 fest in der Hand gehabt. Das Gesundheitsamt hatte sich bei keinem von uns gemeldet. Den Hausarzt habe ich nicht erreicht. Da kam es mir zu Gute, dass ich noch in der Klinik arbeite. Die wenigen Tage noch. Ein Abstrich gemacht, negativ. Erleichterung. Seit Montag, Tag des Abstrichs, habe ich Schnupfen. Meine Corona-Warnapp berichtete vor ein paar Tagen, dass ich einen Kontakt mit einem Infizierten hatte. Geringes Risiko der Ansteckung. Mein Kollege konnte es nicht sein.

Wir haben das Thema alle satt. Ich glaube, bei jedem von uns ist die Luft raus. Wir wollen, dass die Normalität wiederkommt. Immer weiter zusammenreißen, immer weiter einschränken. Mir macht das nicht so viel. Mir macht aber was aus, wenn die Leute ignorant sind. Wenn sie seltsame Hypothesen aufstellen, ihre verqueren Meinungen vertreten, die Masken nicht aufsetzen, keinen Abstand halten, nicht lüften, weil es zu kalt draußen ist. Wenn sie andere gefährden. Ich möchte nicht mit jemanden in einem Raum sitzen, der während einer mehrstündigen Visite immer wieder sein Gesicht „lüftet“.

Ich weiß nicht, wie es euch da geht, aber sind die Geschichten von Betroffenen nicht genug? Reichen die Todeszahlen und Zahlen der Neuinfektionen nicht aus? Wie geht ihr mit der Situation um? Kommt ihr auch schon an die Grenzen oder habt ihr einen Weg gefunden, das beste daraus zu machen?

10 replies to “Das anhaltende Nervenzerren

  1. Da kann ich ganze Litaneien schreiben – mache ich aber nicht, keine Sorge. 🙂

    Was mich allmählich nervt, ist der allgemeine Umgang miteinander. Der Ton, der schon längst keine Musik mehr macht, sondern niederschreit. Der den Diskurs unterbindet und irgendwann dazu führt, daß es eine Sprache für drinnen und eine für draußen gibt. Das, denke ich, wird die Gesellschaft ebenso nachhaltig durchrütteln wie dieses Virus.

    Mit all dem anderen kann man sich arrangieren. Maske auf und durch. Und Abstand, wo immer möglich. Bleib gesund, Ines! Ganz liebe Grüße!

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      1. Ja, so ist es. Wenn man Altersmäßig zu der besonders gefährdeten Gruppe gehört nimmt das alles bestimmt nicht auf die leichte Schulter. Ich jedenfalls fürchte mich.
        Trotzdem versuche ich ein einigermaßen ’normales‘ Leben zu führen.
        Bleib du auch gesund und feier Weihnachten !
        Viele liebe Grüße und vielen Dank ♥

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      1. Ja das stimmt. Alles muss kürzer treten. Die Kinder und Schule, die Erwachsenenbildung die ich mache denn ich werde ja nun auch nicht Jünger. Ich möchte meine Fähigkeiten auch noch gerne unter Beweis stellen.

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