Küstvägen [Schweden]

Roadtrip Part XII: Smarholmen – Långasand – Glimminge

Wir beschlossen unsere sieben Sachen zu packen und unseren Stellplatz zu verlassen. An diesem Tag wurde die Stellplatzsuche zum ersten Mal richtig anstrengend. Doch erst einmal fuhren wir am Küstvägen entlang. Wir landeten in einem kleinen verschlafenen Ort mit breitem Strand und kleinem Aussichtspunkt auf den Felsen. Vor allem gab es hier aber Dünen, Heide, Meer und wenig Menschen. Campen war strikt untersagt.

Ein kurzer Spaziergang, ein bisschen im Bus zu Mittagessen, am Strand Muscheln und Federn sammeln und dann entschieden wir uns, das Schild ernst zu nehmen und weiter zu fahren. Abends weggeschickt zu werden – da hatten wir gar keine Lust drauf.

Wir düsten also weiter und landeten in einem Naturschutzgebiet. Auch hier ganz eindeutig: Campen war an allen Eingängen untersagt. Trotzdem mussten wir kurz aussteigen, jeden Eingang checken und bemerken, dass wir nicht fündig werden würden. So langsam zog der Regen auf, es wurde windiger und ungemütlicher.

Wir wurden zunehmend genervter. Eigentlich konnte ich die Schönheit schon gar nicht mehr richtig wahrnehmen, da wir durch die Gegend eierten und versuchten einen vernünftigen Stellplatz zu finden. Der Hunger wuchs, es wurde langsam später. Dann navigierte ich auch noch falsch – ihr könnt euch vorstellen, wie witzig das war. Und dann kamen wir an einem Spot an, bei dem wir uns entschieden zu bleiben. War eigentlich nicht so richtig erlaubt, glaube ich, aber wir hatten die Faxen dicke.

Als wir uns damit abgefunden hatten, heute mal etwas vielleicht nicht ganz korrektes zu tun und durch die zusätzliche Nahrungsaufnahme, ging es uns schon viel besser. Wir wurden mit einem Sonnenuntergang belohnt, den ich gar nicht in Worte fassen kann. Die Farben waren so unecht. So lila und rosa und irgendwie so intensiv. Es war wunderbar.

Während M also draußen in der Kälte rumhampelte und ich durch die Heckscheibe des Busses die Fotos schoß, versank so langsam die Sonne im Meer. Da wurde mir bewusst, dass dies der letzte schwedische Sonnenuntergang unseres Urlaubs sein würde. Ein bisschen Wehmut kam da schon auf.

Am nächsten Morgen erkundeten wir den Spot noch ein bisschen mehr. Mit Sonnenlicht und leichtem Nebel. Sah alles ganz schön mystisch aus. Die kleinen Schafe schlossen wir natürlich gleich ins Herz. Wir stapften also durch das angrenzende Naturschutzreservat und über die Schafwiese und wärmten uns in der Morgensonne. Ab und an schaute ich dann auf’s Meer. Eigentlich wollte ich überhaupt nicht fahren. Vor allem nicht Richtung Alltag.

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