Sulzspitze [Österreich]

Es ist frisch an diesem Morgen. Trotzdem werden die kurzen Hosen angezogen. Der Himmel verspricht gutes Wetter. Dem Wetterbericht trauen wir hier ja schon nicht mehr. Mit gepackten Rucksäcken geht es dann los. Erste Etappe von Grän Richtung Haldensee, durch den Ort und am Neunerköpfle über den schmalen Pfad nach oben.

Bergauf wird es schnell warm, obwohl es hier noch recht schattig ist. Durch den bewaldeten Hangabschnitt laufen wir dann direkt auf die offene Fläche zu. Hier begrüßen wir noch kurz die altbekannten Freunde. Artig stehen sie am Zaun. Gewarnt wird dennoch überall vor ihnen – übrigens zu recht, wie ich später im Internet las.

Wir müssen uns teilweise an ihnen vorbeidrängen. Die Kühe stehen überall herum. Auf dem Weg, neben dem Weg, hinter einem. Unser Pfad führt weiter in Serpentinen hinauf auf den Berg. Mittlerweile bin ich schon ziemlich kaputt. Auch die Sonne ballert ordentlich. Bis zum Neunerköpfle, unser eigentliches Endziel, dauert es nach dem stetigen Aufstieg nicht mehr lange. Wir entschließen uns spontan noch einen Abstecher zu machen. Die Sulzspitze lockt uns.

Ein paar hundert Meter weiter entdecke ich dann diesen kleinen Fritzen hier. Er steht in weiter Entfernung und rührt sich um kein Haar. M ist der festen Überzeugung, das wir hier gerade einen Stein beobachten. Nach einiger Überredung, holt er dann doch seine Kamera heraus und knipst den kleinen Kerl. Wenige Minuten später kommt ein Mann mit Hund auf dem Weg entlang. Das Murmeltier schlägt Alarm.

Nun aber, nach der kurzen Ablenkung, zurück zum Ziel. Meine Beine trugen mich eigentlich schon gar nicht mehr richtig. Wir standen am Fuß der Sulzspitze. 45 Minuten stand auf dem Schild. Es sah aus, als wäre sie eigentlich direkt um die Ecke. Mit wenig Motivation versuchte ich mich hinauf zu hieven.

Auf dem Weg konzentrierte ich mich hauptsächlich auf meine Beine. Einen Schritt nach dem anderen. 2084 m ist die olle Spitze hoch. Und sie sah so trügerisch nah aus! Mein Blick nach unten gerichtet, fing dann einen kleinen Falter ein. Heute war der Tag der Tiere. Fast oben angekommen trafen wir dann auch noch eine Herde Schafe. So weiße Wolle hatte ich selten gesehen.

Irgendwann schaffte ich es auch nach oben. Die Sulzspitze zerstörte mir allerdings für die nächsten zwei Tage die Schienbeine. Guter Stimmung war ich daher nicht mehr, als ich oben ankam. Der Ausblick jedoch, das muss ich wohl zugeben, war wieder einmal fabelhaft. In der Höhe konnte ich mir das aber auch gar nicht anders vorstellen. Man musste weit gucken können. Man musste die Bergketten in der Entfernung sehen können. Malerische Gipfelbilder und alles wirkte unecht.

Zurück ging es dann über das Neunerköpfle. Auch der Weg dorthin war noch einmal eine gefühlte Ewigkeit. Runter schaffte uns dann die Seilbahn. Und von Tannheim konnte ich leider nur noch den Bus zurück nehmen. Mein Körper schaffte tatsächlich nicht mehr viel. Preise für Seilbahn und Bus sind übrigens (meistens) in der Tannheimer Tal Card enthalten.

2 replies to “Sulzspitze [Österreich]

  1. Hallo Ines,

    das hört sich nicht gerade nach großer Freude an. Ein Tipp: das nächste Mal mit der Bahn hoch und zu Fuß hinunter. Aber Vorsicht. Das strengt mehr an als runter. Wenigstens seid ihr duch das herrliche Panorama belohnt worden.

    Liebe Grüße
    Harald

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    1. Hallo Harald,
      das stimmt wohl. Eine Freude war es beim Hinabgehen nicht mehr. Auf die Sulzspitze führt leider keine Bahn. Den Rest muss man schon trotzdem noch laufen. Und hoch ging die Tage danach meist sehr gut – ich befürchte meine Beine waren durch die Belastung des Abstiegs sehr geschädigt. Aber der Ausblick hat’s schon wieder etwas besser gemacht.

      Liebe Grüße
      Ines

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