Bei den Riesen [P11]

Mein Bruder hat mir mal erzählt, dass Bäume ein Frühwarnsystem haben. Der Wald scheint unterirdisch vernetzt und leitet so die Informationen weiter. Wenig später habe ich gelernt, das ein Waldspaziergang von 30 Minuten in der Woche das Immunsystem stärkt. Es ist das Grün. Es ist die Wirkung der Bäume. Die können was. Kein Wunder, dass ich schon immer Fan war vom Wald.

Um unseren Urlaub ein bisschen auszunutzen und vor allem das gute Wetter noch mitzunehmen, machten wir uns Ende April auf den Weg nach Hessen. Die Premiumwanderwege dort haben es uns angetan. Vor allem ist jetzt gerade der beste Zeitpunkt und die frische des Frühlings und das Erwachen der Natur zu beobachten. Es war ein bisschen kühl am Morgen, aber die Vorfreude auf die Highlights des Weges wärmten mich von innen.

Und da waren sie. Die Mammutbäume oder auch die Niester Riesen genannt. Auf dem Wanderweg P11 sind sie schon nach ca. 400 Metern zu entdecken. Der Wald war ruhig, nur die Vögel zwitscherten und die Sonne schien durch die Blätter der Buchen. Mein Immunsystem müsste eigentlich schon nach den ersten Schritten unter den Riesen vollgetankt worden sein. Mit den Bäumen in Kanada oder den USA können die kleinen hier nicht mithalten, aber trotzdem liebe ich die weichen Rinden (an die ich mit meinen kurzen Armen nicht dran kam) und die gigantische Höhe der Kronen.

Aber nach 400 Metern wieder umzukehren, wäre Quatsch gewesen. Wir wollten den Weg noch zu Ende laufen und eigentlich begann er ja auch gerade erst. Die Sonne kam immer mehr zum Vorschein und der Weg wurde schmal und pfadig. Er leitete uns an Wiesen vorbei und durch den Wald.

Es gibt noch weitere kleine Highlights auf dem Weg. Alte, knorrige Bäume; den Teich, in dem kein Wasser mehr ist; das Affenhaus und das Affendenkmal. Beim Denkmal (ca. die Hälfte des Weges) wurde erst einmal ein kleines Picknick gemacht. Der Hunger machte sich mittlerweile bemerkbar.

Letztendlich führte der Weg weiter durch die Rapsfelder und Wiesen. Da schlug mein Herz noch einmal höher. Ich bin kein Fan von Rapsfeldern, alleine schon, weil sie die Bienen von den Wildblumen ablenken. Die kleinen Wollschweber ließen sich aber überhaupt nicht beirren und schwirrten fröhlich von Löwenzahn zu Löwenzahn.

Sie mal auf einem Foto einzufangen ist eine wahre Geduldssache. Die kleinen sind unglaublich schnell und eigentlich auch recht selten. Hier tobten sie aber zu vielen in der Luft umher. Wer so gar nicht schnell von der Stelle kam, aber auf jeden Fall tüchtig am Arbeiten war, war der Mistkäfer. Auch von ihnen gab es zahlreiche und sie schimmerten wunderschön blau auf den Wegen.

Würde man mich fragen, was mein Highlight dieses Weges war, dann könnte ich das nicht eindeutig benennen. Die Kombi aus den Bäumen und den kleinen Tierchen, die überall zu entdecken waren, hat’s gemacht.

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