Schatzjäger

Seit Ostern ist einige Zeit vergangen und doch hat eigentlich dort alles angefangen. An Ms Geburtstag. Vor ein paar Wochen fand ich, aus den Umzugskartons heraus gekramt, unerwarteter Weise einen Eimer Straßenmalkreide. Die Idee fing in meinem Kopf sofort an zu wachsen. Geburtstag feiern, aber niemanden zum Kaffeetrinken einladen können? Fände ich schade. Mit anderen nett beisammen sitzen – ist auch nicht drin gewesen.

Was hat man früher an Geburtstagen so als Kind gemacht? Schnitzeljagden und Schatzsuchen zum Beispiel. Ich fragte M, ob er Lust darauf hätte. Zuerst war er recht skeptisch (die Ansprüche waren zu hoch), aber dann sagte er doch zu. Also galt es nur noch Leute zu finden, die die Fährte aufnehmen würden. Und ich kenne niemanden, der Rätsel mehr liebt, als unsere Freunde. (Ja, ich spreche euch beiden damit an.) Sie mussten eigentlich gar nicht überzeugt werden, sie waren es sofort.

Eine Woche ließen wir uns Vorbereitungszeit und merkten, dass diese noch etwas länger hätte sein können. Am Ostersamstag liefen wir also erst einmal 1,5 Stunden durch unsere Umgebung und malten Hinweise, Pfeile und Sackgassen auf. Im Café ließen wir Kuchen als Belohnung zurücklegen und mit der Post im Briefkasten von Familie G konnte der Spaß beginnen. Wir waren bestimmt aufgeregter als die beiden. Vier Stunden waren sie unterwegs und wir merkten auch hier Verbesserungsbedarf. Die beiden schlugen sich allerdings sehr tapfer.

An dem Wochenende durften wir uns als Jäger versuchen und fingen fleißig Gänse ein. Wir stellten uns allerdings erst einmal ziemlich doof an, da wir verschiedene Hinweise nicht richtig zugeordnet hatten. Am Ende gelangten wir dann aber doch an unseren Schatz. Die vier Stunden, die wir letztendlich unterwegs waren, waren sehr spaßig. Die Aufgaben mit verschiedenen Freunden zu telefonieren, die einige Hinweise für uns hatten, fanden wir besonders cool organisiert. Ich frage mich, warum man so lange keine Schatzsuchen und Schnitzeljagden mehr gemacht hat, wo das doch so eine wunderbare Beschäftigung ist. Es ist auch gleichzeitig die Suche nach dem inneren Kind, welches man irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenwerden vielleicht mal kurz vergessen hat.

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