Veränderungen

In gewissen Abständen habe ich das Gefühl, in meinem Leben müsste eine Veränderung her. Irgendwas muss sich ändern, damit ich mich nicht immer weiter festfahre. Versucht man mit einem Auto aus der Schlammkuhle heraus zu kommen, bewirkt das meistens das Gegenteil: Man zieht sich immer weiter rein. Wie bei Treibsand. Immer die gleichen Bewegungen und Abläufe verschlimmern das Ganze.

Wenn ich so überlege, passiert ziemlich viel in meinem Leben. Daher weiß ich gar nicht so recht, woher der Wunsch nach Veränderung kommt. Vielleicht ist das so ein Frühlingsding. Alles alte raus, neues her. Ständig sehe ich verschiedene Leute in der Arbeit. Immer wieder Patienten, die ich einige Zeit begleite. Mit meiner Arbeit gibt es nichts zu meckern. Hier bedarf es keine Veränderung.

Sich an Veränderungen anpassen, sobald ein neuer Mensch in mein Leben tritt, ist immer erst einmal Gewöhnungssache. So finde ich es zum Beispiel merkwürdig dauerhaft M in meiner Wohnung zu haben. Ich habe mich hier eingewöhnt. Fast fünf Jahre alleine darin gewohnt. Weiß wo Dinge stehen, wo ich Sachen lagre. Jetzt ist alles anders. Ich liebe meine Wohnung, aber die Räume sind mittlerweile nicht mehr nur meine Räume allein. Es gibt keine Rückzugsorte mehr. Ruhe und Rückzug ist für mich so essentiell. Manchmal kommen die Wände näher, es fühlt sich nach zu wenig Platz an.

Dabei habe ich ihn gerne in meiner Wohnung. Ich freu mich abends den Schlüssel in der Tür zu hören. Stundenlang Serien zu schauen, gemütlich zu frühstücken. Urlaubsplanungen und Aktivitiäten zu organisieren. Nur ganz manchmal ist mein Akku einfach leer bis zum Boden und ich nicht bereit zu diskutieren oder Zeit mit jemanden zu verbringen. Dann will ich einfach nur mit einem guten Buch auf meinem Sofa liegen, in meiner Wohnung. Oder zumindest alleine in einem Raum sein und mal aufladen.

Vielleicht kommt mit den Veränderungen auch die Weiterentwicklung. Das Wachsen an sich selbst. Lernen die eigenen Bedürfnisse zu akzeptieren, umzusetzen und das ohne, das man damit jemand anderen verletzt.

8 replies to “Veränderungen

  1. Was Veränderungen angeht, bin ich kein guter Gesprächspartner oder gar Ratgeber. – Ich habe meine Angst vor Veränderungen nie ablegen können, mit den Jahren ist sie, im Gegenteil, immer größer und schlimmer geworden.

    Viele der Veränderungen, die ich in meinem Leben erleben musste, aber auch etliche solcher, die ich selbst herbeigeführt habe, waren im Ergebnis für mich meistens mit schweren Erfahrungen, mit Druck, mit gefühlten und tatsächlichen Misserfolgen verbunden.

    Vielleicht liegt es daran, vielleicht ist es tatsächlich so, dass ich weitgehend den Glauben, viel mehr aber noch die Kraft verloren habe, Veränderungen bewerkstelligen zu können, die ich als gut, als positiv empfinde, die dies bestenfalls sogar wirklich sind.

    Ich kann jeden, der mit Blick auf Veränderungen zweifelnd ist gut verstehen, mich gut in ihn, in Dich, hineinversetzen. Und ich freue mich sehr aufrichtig für jeden, der für sich positive Veränderungen erlebt oder gar selbst einleiten und vollenden kann. Und vor allem Menschen wie Dir, die ich schon so lange begleite und zu schätzen weiß, wünsche ich von Herzen, genau das zu erleben und zu vermögen.

    Dass da nun jemand ist, der bei Dir ist, bei Dir wohnt, das freut mich sehr. Besonders, dass Du es offenkundig als schön wahrnimmst. Dass Dich dennoch Fragen bewegen, Du hinsichtlich der Bestimmung Deiner Rolle, Deiner Bedürfnisse in diesem Kontext suchst und etwas unsicher bist, das halte ich für völlig okay. Du hast sehr lange allein gelebt – um so verständlicher ist es, dass Du nun merh und intensiver fragst – nicht zuletzt dich selbst.

    Dein letzter Absatz briungt es wohl auf den Punkt, liebe Ines. Zumindest solange man ein halbwegs gesundes Verhältnis zu Veränderungen hat.

    Ich habe das schon lange nicht mehr, hatte es vielleicht nie …

    Viele, ganz liebe Grüße an Dich! 💚🌷

    … Dein Blog hat sich veräöndert, sein Design, sehr sogar. Ich lasse es noch auf mich wirken … – Vor allem der Kontrast der gelbgrünen Schrift zu dem Schwarz gefällt mir schon mal …

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    1. Liebe sternflüsterer,
      da stimme ich dir zu deinem Worten zu. Ich war früher nie ein Fan von Veränderungen. Habe mich immer super schwer damit getan, hab ewig gebraucht mich dann daran zu gewöhnen. Jetzt ist das zum Glück anders. Aber auch hier kommt es immer noch auf die Veränderung an.

      Danke, für dein Verständnis und das du dich für mich mit freust 🙂
      Das ist wirklich gerade eine aufregende Zeit. Ich bin gespannt, wie sich das weiter entwickeln wird.

      Ganz herzliche Grüße an dich! ❤

      Er hatte sich kurz verändert, das war aber nicht so geplant. Nun ist es möglichst wieder rückgängig gemacht worden.

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  2. Ich glaube auch, Du bringst es am Ende auf den Punkt.
    Das ist auch Teil dessen, was man gemeinhin unter „zusammenraufen“ versteht oder verstand, denke ich. Unter anderem eben auch das Verständnis, wenn der Andere seinen Rückzug braucht. Oder erstmal runterkommen will, wenn er nach Hause kommt. Oder, oder, oder… Hatten wir hier auch durch, das Thema, nachdem wir zusammengezogen waren. 🙂 GLG !

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      1. Auszeiten sind, wie gesagt, sehr wichtig.
        Man muß sie sich aber nicht nur nehmen, sondern selbiges auch dem Anderen gönnen.
        Es ist nicht ratsam, von nun an alles gemeinsam tun zu wollen. Jeder sollte Zeit für sich haben, und auch mit anderen etwas unternehmen können, oder ein Hobby nur für sich haben.

        Ich wünsche Dir viel Glück !
        Liebe Grüße, Bärlinerin (die natürlich nicht das Patentrezept hat 😉 )

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