48 Stunden Vancouver [Teil I]

Roadtrip Part VI: Von Vernon nach Vancouver (542 km)

Wir starteten aus Vernon nach Vancouver. Diese Fahrt war wohl die unspektakulärste. Nachdem wir unser Auto gerade noch so zurückgebracht hatten, bevor uns der Sprit ausging, liefen wir wir zum Hostel. Nach einem kleinen Spaziergang durch die nähere Umgebung unseres Hostels unternommen hatten – also direkt durch Downtown – fielen wir dann auch schon ins Bett.

Fahrrad fahren in Vancouver 

Wir hatten für die 40 Stunden, die uns in Vancouver verblieben, einen genauen Plan. Fahrräder sollten es sein. Damit wir schnell und einfach überall hinkommen konnten, wo auch immer wir hin wollten. Früh ging es wieder los. Um 9 Uhr öffnete Cycle City in der Hornby Street. Sofort liehen wir uns hier die Räder und starteten nach Helmanpassung auch direkt ins Abenteuer. In Kanada besteht nämlich Helmpflicht.

Seawalk 

Man muss schon sagen, dass diese Stadt sehr Fahrrad freundlich ist. Häufig gibt es neben den Autospuren auch Fahrradspuren auf den Straßen und sollten diese mal nicht vorhanden sein, wird trotzdem Rücksicht genommen. Wir wollten jedoch ziemlich schnell aus dem Trubel heraus und auf den Sewalk, den wir beim Canada Place starteten. Hier kamen wir nicht weit, denn alle paar Meter wurde die Kamera wieder herausgeholt und Fotos geschossen. Ob es nun von der Skyline der Stadt, der Bucht oder dem (wie ich es genannt habe) Hochwasserhäuschen war.

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Der Seawalk führte uns im Bogen an den hohen Häusern vorbei, direkt zu unserem nächsten Ziel. Wir warfen noch einen langen Blick auf die graue Stadt. Der Morgen war kühl und wir noch etwas müde. Die Kulisse passte perfekt zu unserer Stimmung.

Stanley Park

Wie wohl jeder Tourist in Vancouver, mussten auch wir den Stanley Park ansteuern. Unser Fahrradweg führte uns erst einmal am Ufer und somit an der Begrenzung des Stanley Parks entlang. Es war herrlich schön sich hier einfach rollen zu lassen. Wir beobachteten Möwen und Krähen, hielten am kleinen Leuchtturm und sahen die Lions Gate Bridge immer größer werden.

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Als wir am Ufer so entlang fuhren, kamen wir immer wieder an kleinen Strandabschnitten vorbei, auf denen bisher noch kein Mensch zu sehen war. Eigentlich waren sowieso nur Radfahrer und Jogger, vereinzelt Spaziergänger auf dem Weg unterwegs.

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Als wir am Second Beach ankamen, wussten wir, was wir auf jeden Fall tun wollten: Eine Pause einlegen und uns einen Tee gönnen. Mein Bruder – eigentlich eher Kaffeetrinker – war in unserem Urlaub doch tatsächlich Fan des schwarzen Tees geworden. Wir sind anscheinend doch Geschwister. Nachdem der Tee leer war und wir uns eine kostenlose Karte mit Fahrradwegen und Sehenswürdigkeiten des Parks mitgenommen und diese inspiziert hatten, stand das nächste Ziel fest.

Es ging nun in den Park hinein. Weg von den äußeren Uferwegen, direkt ins Herz und in den Wald. Auf der Karte waren die Big Trees eingezeichnet. Ich als Baumliebhaberin und vor allem großer Fan riesiger Bäume musste da natürlich auf jeden Fall mal gucken. Mein Bruder musste nicht überzeugt werden. Nicht umsonst ist er mehr draußen, als drinnen und arbeitet im Forstbereich.

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Dann standen wir da und schauten in die Baumkronen hoch. Mitten im Wald von unzähligen uralten Bäumchen. Mein Wohlbefinden steigerte sich gleich noch einmal, obwohl es schon vorher im Anschlag war. Wie viel Glück verträgt man denn eigentlich so in geballter Ladung? Die Wege wurden hier etwas belebter. Wir trafen immer wieder auf Menschengruppen, Spaziergänger, Fahrradfahrer. Und wir mitten drin. Neben einer der großen Freunde legten wir erst einmal eine Picknickpause ein.

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Gestärkt und glücklich und vor allem noch ein bisschen fröhlicher, weil jetzt auch die Sonne durch die Wolken blickte, fuhren wir zum Beaver Lake. Erst hatten wir diesen See gar nicht so auf dem Schirm, aber als wir dann vor dem riesigen Teppich aus Seerosen standen, waren wir sehr froh hier hin noch einen Abstecher gemacht zu haben.

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English Bay

Die Englische Bucht erwartete uns dann, als wir über den Second Beach den Stanley Park hinter uns ließen und Richtung Sunset Beach aufbrachen. Auch hier ist der Fahrradweg wohl einer der schönsten. Man schaut während der Fahrt auf das Wasser, die Sonne glitzert in den Wellen und die Leute werden immer mehr.

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Granville Island

Mit dem Rad nach Granville Island zu kommen, ist gar nicht so einfach. Wir wollten nicht auf der Autobrücke entlang fahren und mit dem Boot ebenfalls nicht fahren. Also suchten wir uns unseren Weg. Das klappte sogar ganz gut. Eine der Brücken hatte einen Fahrradweg und so schlichen wir uns quasi von der anderen Seite auf die kleine Halbinsel.

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Von der Brücke aus gab es dann noch einmal einen wunderschönen Ausblick auf die Stadt und Granville Island. Direkt auf der Insel angekommen, schlossen wir die Räder an und liefen zu Fuß los. Was hatte ich alles über diesen hippen Ort gelesen? Enttäuscht wurden wir nicht.

Wir bummelten ein bisschen durch die alten Fischerhallen und standen dann am Public Market. Eine riesige Halle in der frisches Obst, Kunsthandwerk, Lebensmittel wie Wurst und Käse und tausend andere Leckereien verkauft wurden. Mein Hunger meldete sich sofort.

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Schnell waren wir uns einig: Wir wollten den Käsekuchen probieren. Wie hätte ich auch an Cheesecake vorbeigehen können? In Amerika! Niemals. Erst einmal verliefen wir uns jedoch in der großen Halle und fanden die Konditorei nur mit Mühe wieder. Es war ein wahres Labyrinth. Mit dem Kuchen setzten wir uns draußen ans Wasser in den Schatten.

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Dieser Tag war bisher schon eigentlich an Glück nicht mehr zu übertreffen, aber als ich so meinen Käsekuchen genoss, wusste ich: Es geht immer noch ein bisschen mehr. Ein bisschen höher auf der Achterbahn des Lebens. Ein bisschen mehr Kribbeln im Bauch und rote Wangen vor Freude und Glitzern in den Augen.

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Mit viel warmen Gefühl im Körper schlenderten wir dann noch durch die Gassen mit den vielen Ateliers und Künstlern. Das Internet hatte nicht zu viel versprochen. Bald ging es dann, wieder über die Brücke, zurück Richtung Downtown. Allerdings ließen wir uns es nicht nehmen bis zum Ceaser Park am Ufer der Bucht weiterzufahren und noch ein bisschen die Fahrradtour zu verlängern.

Die Strecke

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Quelle: Google Maps

Letztendlich sieht die Strecke gar nicht so weit aus. Wären wir in einem durch gefahren, hätten wir es auch viel schneller geschafft. Allerdings wollten wir ja gar nicht schnell sein. Insgesamt waren wir 7 Stunden unterwegs. Jeder, der nicht all zu viel Zeit in Vancouver hat, dem empfehle ich wärmstens ein Rad zu leihen. Ich würde das jedes Mal wieder so machen.

Lie

  • In kurzer Zeit so viel sehen.
  • Rad fahren.
  • Seawalk entlang und Wasser an der Seite.
  • Big Trees bestaunen.
  • Granville Island erkunden.
  • Den wohl besten Cheesecake seit langem gönnen.

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