Maligne Road Kanada [Jasper NP]

Jasper National Park: Maligne Road (50km)

Eigentlich hatten wir am ersten Jaspertag was ganz anderes gemacht, als das, was ich heute berichten werde, aber da der Icefield Parkway einen gesonderten Eintrag bedarf, werde ich diesen ein anderes Mal ausführlicher beschreiben. Der Jasper National Park hat uns seit den ersten Stunden begeistert. Ach, was rede ich, eigentlich ja schon auf dem Weg dorthin. Wir waren wie verzaubert. Nur das Wetter war wenig zauberhaft. Allerdings hatte auch das seine Vorteile: Es war weder zu warm, noch waren viele Menschen unterwegs – zumindest zu den frühen Zeiten.

MRoad.jpg
Souverän gebaut.

Maligne Canyon

Wir düsten also gemächlich über die Maligne Road. Nach der Brücke kam auch schon ziemlich zeitnah der Maligne Canyon in Sicht. Wir parkten, schauten noch einmal, ob auch wirklich das Bärenspray, welches wir uns am Tag zuvor für 40$ gekauft hatten, im Rucksack verstaut war und stapften los. Der Maligne Canyon hat insgesamt sechs Brücken, über die man gehen kann. Der Weg führt am Canyon oder über diesen hinweg. Es ist atemberaubend schön, nur das Wasser und die geschwungenen Felsen zu sehen. Kein Mensch, kein Tier war unterwegs, nur wir. Es rauschte in den Ohren. Ob es das Tosen vom Fluss war oder unsere Euphorie – wer mag das schon wissen.

 

Insgesamt schafften wir jedoch nur die vier Brücken und die fünfte aus der Ferne zu sehen. Dann machten wir uns wieder auf den Weg den Berg hinauf. Das ist nämlich immer das blöde am bergab laufen. Meistens muss man dann auch wieder hoch. Oben am Parkplatz angekommen, bemerkten wir schnell, dass wir die perfekte Zeit abgepasst hatten, um diesen Weg zu wandern. Mittlerweile tummelten sich die Menschen hier. Wir machten einen kurzen Umweg zur ersten Brücke. Auf dem Rückweg der Maligne Road hielten wir durch Zufall auf einem kleinen Parkplatz, der uns direkt zur sechsten Brücke brachte. So hatten wir, ohne uns komplett zu verausgaben, doch tatsächlich den ganzen Weg und alle Brücken abgeklappert.

 

Medicine Lake

Weiter auf der wunderschönen Maligne Road sahen wir dann auch wieder einmal ein paar Wildtiere. Wir spotten jeden Tag welche und freuten uns jedes Mal wie die Könige. Ob es nun (wie dieses Mal) ein Caribou war, ein Bär oder ein Specht. Ganz egal, Hauptsache wild und frei.

Caribou
Versteck im Wald. Wildlife spotting.

Dann verlief die Road durch die Berge, vorbei an der „endlosen Kette“ (endless chain) und wir gelangten nach einigen Kilometern staunen an den Medicine Lake. Die Strecke dorthin wurde jedoch fast gespenstig gruselig. Nach einer Kurve war der Wald plötzlich tot. Hektarweit sah man die Zerstörung des Borkenkäfers. Es erinnerte sehr an den Harz. Uns tat es im Herzen weh, zu sehen wie all die Bäume hier verendet waren. Man könnte es als Massenfriedhof des Waldes bezeichnen. Der Medicine Lake hingegen ist super imposant, alleine seiner Größe wegen. Das Wasser war heute allerdings sehr grau, der Himmel spiegelte seine Farbe wieder.

MedicineLake
Das sichtbare Elend.

Wir entdeckten auf den kahlen, sehr brüchigen Bäumen ein Adlerhorst inklusive Fischadler. Ich muss wohl nichts mehr sagen, außer: Schneekönige. Nachdem wir dem Wald noch eine kurze Schweigeminute abgehalten hatten, ging es weiter auf der Maligne Road. Nur wenige Meter später trafen wir auf eine andere Art von Vögeln.

MRoad2
Bitte alle aufreihen.

Als wir neben ihnen an der Straße hielten, schauten sie uns an, als wären wir total bekloppt. Sie mussten sich wohl auch fragen, was diese Touristen mit ihren komischen Apparaten immer von ihnen wollten. Viel mehr als Anhalten bliebt einem jedoch auch nicht, häufig versperrten sie die halbe Straße.

Maligne Lake

Einige Kilometer auf der Straße folgten nach dem Medicine Lake noch. Wir fragten uns schon ziemlich bald, ob der Maligne Lake überhaupt noch kommen würde. Aber warten zahlt sich schließlich immer aus (oder eben häufig). Meckern konnten wir sowieso nicht, denn die Straße zeigte sich noch immer von der schönsten Seite. Außerdem bestand hier eine erhöhte Möglichkeit Bären am Straßenrand zu entdecken. Allerdings blieb uns das verwährt. Ich muss aber auch zugeben, dass wir im Bären spotten die schlechtesten Kandidaten des wohl ganzen Parks waren. Wir sahen die Bären manchmal erst viel zu später oder gar nicht – selbst wenn mit dem Finger drauf gezeigt wurde.

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The endless chain – Bergkette.

Der Maligne Lake breitete sich ebenfalls so riesig und ausufernd vor uns aus, dass wir wirklich kurz erst einmal Luft holen mussten. Ein Kanu liehen wir uns hier nicht. Wäre aber sicher spannend gewesen die berühmte Insel „Spirit Island“ von nahem zu sehen. Bzw. sie überhaupt zu sehen. Denn von unserem Touriausguck aus, sah man gar nichts. Außer Berge (wunderschön!), den See (so herrlich!) und den Wald (sogar beinah unversehen!). 

MaligneLake

Wir traten den Rückweg an. Insgesamt waren wir, mit Canyon und Seen gucken, einen halben Tag unterwegs. Man sollte wirklich genug Zeit einplanen, um all die Schönheit auch in vollen Zügen genießen zu können. Frische Luft einatmen, entschleunigen, ein bisschen Leben. Denn wie Fynn Kliemann sagt: Du bringst mir bei, das Leben manchmal reicht. Vielleicht meint er die Natur damit.

Ich bin riesig, aber du viel größer als ich.
Alles jetzt, alles wichtig, 
aber wichtiger als du ist mir nichts.
-Fynn Kliemann: ZUHAUSE

Im Übrigen ein tolles Lied, welches sich schnell auf unserer Roadsong-Playlist wiederfand.

Lie

  • Den Canyon für uns ganz alleine haben.
  • Durch Dummenglück noch alle sechs Brücken sehen.
  • Touri Hotspots abklappern: Medicine & Maligne Lake.
  • Caribou und Fischadler beobachten. Wild & free.
  • Zeit mit meinem Bruder verbringen.

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