Projekt VI [Juni]

projektDie letzten Monate ist mir bewusst geworden, dass ich mehr Geld ausgebe, als das ich Geld einnehme. Was kann man da tun, wenn man nicht von seinem Ersparten leben will, sich vielleicht doch ab und zu was gönnen möchte und nicht im Dispo der Bank landen will? Genau. Somit war das Projekt für Juni schnell gesetzt: Sparen. 

Es ist gar nicht so einfach bei all den Fixkosten, die man so hat, zu sparen. Will man auf irgendwas verzichten? Kann man davon irgendetwas überhaupt streichen? GEZ, Strom, den Handyvertrag? Nein, nichts ließ sich von meinen Fixkosten irgendwie canceln. Also musste ich mir eine neue Strategie überlegen. Ich begann aufzupassen, dass ich mir zwischendurch nicht ständig was vom Bäcker kaufte, das der Sport einfach nach draußen verlagert wurde, anstatt teuren Eintritt für die Boulderhalle zu zahlen. Ich kaufte nur noch die wirklich wichtigsten Sachen im Bio-Laden ein. Ich verzichtete auf Aktivitäten, die unnötig und überteuert erschienen: Abends für viel Geld ein Glas Wein trinken gehen zum Beispiel.

Was habe ich gelernt? Anfangs klappte das Sparen ganz gut. Zum Ende des Monats hin, fiel mir das etwas schwieriger. Es standen so viele Geburtstage auf dem Plan: Geschenke sind teuer. Hochzeiten mussten vorbereitet werden und dann ist man abends doch mal was trinken gegangen. Außerdem musste jetzt schon mal das Geld für den Urlaub gewechselt werden. So richtig gut hat das sparen also nur in Maßen geklappt. Aber ich werde mir das Projekt weiter im Hinterkopf behalten – auch für nächsten Monat.

geschenkWie macht man sich Geschenke, wenn man eigentlich kein Geld dafür ausgeben kann? Ganz einfach – man tut sich etwas Gutes, was nichts kostet. So fuhr ich den einen Tag lieber zum See und setzte mich nicht mehr bis 18 Uhr zu einem Vortrag. Ich blieb mal länger wach und erlebte mit Freunden und Nachbar den Sommerbeginn inklusive Sommerregen. Mit meinem Bruder war ich ebenfalls viel unterwegs und plante die Strecken und Aktivitäten unserer Urlaubes. Außerdem verbrachte ich Unmengen an Zeit einfach draußen, spielte Kubb, grillte und ließ es mir gut gehen. Das waren die schönsten Geschenke: Momente, die unbezahlbar waren.

11 replies to “Projekt VI [Juni]

  1. Meine für morgen geplante Tagebuchnotiz heute schon auszugsweise mal exklusiv bei Dir als Kommentar, weil ich meine: Es passt !
    *
    Grenzverkehr

    Der alltägliche GRENZVERKEHR
    verläuft im LIMIT zwischen
    WAGNIS und VERZICHT …
    ___
    © PachT, EF 29.06.2019

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  2. Nicht so einfach umzusetzen, aber vielleicht ne Überlegung wert: mehr Geld verdienen. Gibt es vielleicht bessere Jobs oder nen Nebenjob?

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    1. Ich kann mit einer 100% Stelle leider keinen Job mehr nebenbei machen. Die Ausbildung zieht schon so sehr an den Kräften, das da keine Möglichkeit mehr besteht. Allerdings wird diese ja auch in ein paar Jahren abgeschlossen sein. Dann wird das Ganze eh noch einmal anders aussehen 🙂

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      1. Ach, wenn du gerade nur ein ausbildungsgehalt bekommst, löst sich das Problem hoffentlich bald von alleine😀

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  3. Mich beschäftigt das Thema Geld / Sparen in letzter Zeit ja auch und ich kann das dadurch ganz gut nachvollziehen.. am besten klappt bisher wirklich das mit dem Aufpassen, was man so einkauft bzw, dass man wirklich mehr nach Bedarf einkauft. Irgendwie ist der Kühlschrank oder auch der Badezimmerschrank (dm, immer sehr verlockend einfach irgendwas mal mitzunehmen und auszuprobieren!) trotzdem voll genug und ich hab auch nicht das Gefühl, dass ich jetzt deswegen mal ohne eine Mahlzeit dastand.
    Finde es auch auch bemerkenswert wie viel Geld man ja tatsächlich an so laufenden Kosten hat, die halt da sind.
    Anderereits will man sich ja doch ab und zu auch mal etwas gönnen oder eben andere auch eine Freude machen und vllt ist dieses „radikal sparen“ dann auch doch nicht ganz das richtige.
    Und was das mehr Geld verdienen angeht, hab ich da gelesen, dass man dann auch wieder mehr ausgibt, weil man meint, dass das Geld ja da ist..hat man ja mehr verdient und man gewöhnt sich dann auch wieder an so einen Lebensstandard. Glaube da ist tatsächlich auch was dran.

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    1. Da stimme ich dir zu: Bewusster darauf zu achten, was gebraucht wird und was wirklich nur so zum Spaß zuhause landet, bringt schon viel Geld ein. Radikal sparen könnte ich wahrscheinlich auch nicht-gut zu hören, das es dir da ähnlich geht 😀
      Ich sehe das immer an den Freunden, die mehr verdienen als ich: Die sind gefühlt trotzdem auch alle am Monatsende pleite, weil sie dann eben mehr ausgegeben. Von daher ist das sparsame Leben doch vielleicht eher meins. 😛

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  4. Mir bleibt gar keine Wahl, ich muss sparsam leben. Denn mein/unser Familieneinkommen lässt einfach keine großen Sprünge zu. Seit ich nicht mehr voll belastbar bin, ist das noch einmal viel mehr so geworden. Abends mal was trinken gehen, Restaurantbesuche überhaupt, sind faktisch tabu – nur, wenn ich mich ein, zweimal im Jahr mit meinen engsten Freunden treffe, ist das mal drin. – Für die Familie ist die Urlaubszeit die Ausnahme, wobei auch da eher die kleinen Freuden die unseren sind, wir auch da schauen müssen, wo wir hingehen.

    Aber ich lebe damit, sehr lange schon und habe mir angewöhnt, für andere Menschen vermeintlich sehr einfache Dinge, Dinge, die „nicht der Rede wert sind“ zu genießen. Wenn dann auch „nur“ daheim, für mich …

    Ganz liebe Grüße an Dich!

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