Vom Weizenkorn zum Brotlaib

Besser zu viel Brot als zu wenig Wein. Das ist scheinbar ein Sprichwort aus Brasilien. Der Samstag heute startete genau damit: Mit Brot. Am Vormittag stand eine gute Freundin von mir vor der Tür. Wir waren zum Backen verabredet. Aus unserem Ernteanteil hatten wir im Sommer jeder 3 kg Weizen bekommen. Bevor sie aber den Weizen auspackte, hielt sie mir plötzlich verschmitzt lächelnd ihren Mutterpass unter die Nase. Hätte ich in dem Moment Wunderkerzen und Luftballons griffbereit gehabt, hätte ich diesen Augenblick gebührend gefeiert.

Brot1,3

Letztendlich wurde unsere Backaktion in die Länge gezogen, da der Weizen vorab erst einmal gemahlen werden musste. Währenddessen dachte ich viel mehr darüber nach, wie es sein wird, wenn alle meine Freunde in nächster Zeit nach und nach sesshaft werden. Nächstes Jahr stehen vier Hochzeiten an. Vorletzte Woche haben Freunde von mir ihr zweites Kind bekommen, heute die Nachricht eines weiteren kleinen Minimenschens. Ich freue mich für jeden einzelnen meiner Freunde. Mit Herz. Nur manchmal kann ich – vor allem die Hochzeitsplanungen – nicht mehr hören. Hauptsächlich deswegen, weil heiraten für mich nicht in Frage kommt.

So saßen wir dort heute in meiner Küche. Unterhielten uns über die Größe des kleinen Zwerges in ihr. Das wiederum fand‘ ich nämlich immer sehr süß: Wenn mein Kumpel mir monatlich ein Update zuschickte, wie groß sein Sohn mittlerweile war. Wie ein Weizenkorn, wie eine Olive, wie eine Avocado, wie ein Brotlaib… Und heute wie ein zweijähriger kleiner Mann, der seit ein paar Tagen einen kleinen Bruder hat.

Aus unseren Weizenkörnern wurde zur späteren Stunde dann auch etwas großes wunderbares. Nämlich frisch gebackenes Brot nach Schweizer Art. Als meine Freundin schon lange auf dem Heimweg war, stand ich noch immer in der Küche und naschte das warme Brot. Immerhin hatte sich die Mühe mit der Handmühle gelohnt.

4 replies to “Vom Weizenkorn zum Brotlaib

  1. Ich lese eine Menge zwischen Deinen Zeilen, liebe Ines, ich denke, dass Du erahnen kannst, was …

    Das Brot sieht ja ganz verführerisch aus. Magst Du das Rezept und die Zubereitung verraten? (Allerdings habe ich noch nie ein Brot gebacken).

    Ich wünsche Dir noch einen schönen Adventssonntagnachmittag.

    Liebste Grüße!

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