Mallorca: Can Picafort & Son Baulo

Luft. Frische, kalte, klare Luft. Meine Lungen füllen sich mit Herbstfrische. Ich bin zurück in Deutschland und friere. Aber trotzdem ist es irgendwie schön hier. Mit fast 20 Grad und Sonnenschein fiel der Abschied aus dem warmen Spanien gar nicht so schwer, denn da soll es ab Montag auch wirklich ungemütlich werden. Nachdem ich mich mit den Spaniern vor Ort unterhalten habe, ist das Fazit sowieso recht überraschend: Wir hatten hier in Deutschland beinahe einen schöneren Sommer als die Spanier. Wäre das nicht auf den Klimawandel zurückzuführen, könnte man sich fast darüber freuen.

Can Picafort

Normalerweise beherbergt uns auf der Lieblingsinsel eher der Süden, doch dieses Mal war alles anders. Nach einer grausig frühen Landung auf Mallorca, (ich war am  Flughafen so müde, dass ich vergaß meine Wasserflasche auszuleeren, weswegen ich kurzerhand aus der Menge gezogen wurde), wurden wir erst einmal eine Stunde lang über die Insel in den Norden gefahren – genau genommen bis nach Can Picafort. Hier oben im Norden ist alles ein bisschen anders. Palma ist „weit“ entfernt, das Wetter ein bisschen unstabiler und irgendwie fühlt es sich hier mehr nach Touristenhochburg an.  Komisch eigentlich, wo doch im Süden der Ballermann 6 das Image prägt. Die Insel ist von oben bis unten zugebaut.

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Hochburg bis nach Playa de Muro.

Es ist jedoch für eine Woche abschalten herrlich. Und abschalten war auch mein Motto: Die ersten Tage ließ ich das Handy aus und genoss einfach mal den Abstand. Ich machte also quasi digital detox. Tolle Beschreibung. Das Handy brauchte ich aber auch wirklich nicht, denn vom Hotel aus gelangten wir, nach zwei großen Schritten, direkt an den Strand. Feiner weißer Sand und flaches türkises Wasser. Der Strand hier oben ist ein großer Pluspunkt. Im Süden, rund um Palma, wird in den Sommermonaten das Abwasser direkt ins Meer geleitet, weil die Kläranlagen zu klein sind. Schlau konzipiert. Überhaupt bin ich ein bisschen enttäuscht. Die „Kurtaxe“ oder Touristensteuer, die es seit einiger Zeit auf Mallorca gibt und die stetig teurer wird, soll angeblich in Projekte des nachhaltigen Tourismus fließen. Ich bezahle die gerne, solange es sinnvoll eingesetzt wird. Allerdings fanden sich an Straßenrändern und im Hafenbecken vermehrt Plastikmüll.  Da stellt sich die Frage: Werden die Leute dem Müll nicht mehr Herr oder klingt das Motto der Nachhaltigkeit einfach nur gut? (Ausgenommen die Frage, wer den Scheiß eigentlich dort hinschmeißt.)

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Can Picaforts Promenade ist voller Kunst.

Nun aber wieder zu schöneren Themen. Die ersten beiden Tage unseres Urlaubs schlenderten wir von unserem Hotel aus die Promenade entlang, hüpften ab und zu ins Meer (welches teilweise ganz schön wellig war, weil der Wind auffrischte), bummelten durch die Geschäfte, aßen unendlich viel Kuchen und marschierten am Freitag zum Markt nach Son Baulo hinüber.

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Naturschauspiel direkt vom Balkon aus.

Son Baulo

Vor einiger Zeit waren wir schon einmal hier auf dem Markt. Allerdings war es Winter und die Hotels hier oben hatten zu. Das hielt die Menschen nicht davon ab hierher zu strömen. Auch dieses Mal ist der Markt gut besucht, sogar schon direkt am frühen Morgen. Es gibt eigentlich alle drei Stände weit das Gleiche und trotzdem ist es nett an dem ganzen Schmuck, der Kleidung, dem Essen und der Kunst vorbeizuschlendern. Meistens kaufen wir auf solchen Märkten nur Honig. Zur Erfrischung gibt es einen Orangensaft – der gehört einfach schon dazu. Wenn ich eins mit Mallorca verbinde, dann ist es der Geruch und der Geschmack von Orangen.

son baulo

Lie

  • Sonnenuntergänge und -aufgänge quasi vom Bett aus.
  • Digital detoxen.
  • Orangensaft schlürfen.
  • Marktbummel.
  • Ab ins Meer, wenn es gerade passt & Wellenhüpfen.
  • Sonne tanken.

4 replies to “Mallorca: Can Picafort & Son Baulo

  1. Was für wunderschöne Urlaubserinnerungen und Fotos … Hach, da bekomme ich spontan „Mallorca-Fernweh“, zumal sich mein oller Bruder samt Familie seit gestern Abend auf Can Picafort tummelt. Na, ich gönne es der Sippschaft. 😉

    Ich selbst war vor vier Jahren in Cala Figuera und vor drei Jahren in Cala Ferrera, also auch – wie du sonst – eher im Süden Mallorcas. Ich liebe Santanyi und den dortigen Markt sehr. Es macht mir Spaß durch die engen Marktgassen zu schlendern und Geld für Dinge auszugeben, die Frau eigentlich gar nicht braucht.

    Mallorca ist wirklich so viel mehr als Ballermann und Amüsiermeile auf Cala Ratjada … Ich werde sicherlich wieder mal auf Mallorca urlauben, vielleicht schon im nächsten Sommer. 🙂

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    1. Der hat es richtig gemacht 😀 Oh Mann, ich könnte auch direkt wieder los.

      Da warst du aber auch echt in sehr schönen Orten auf der Insel. (Wovon sie wirklich viele hat, da hast du Recht-die Partymeile ist nun wirklich nicht repräsentativ dafür.)
      Die Märkte mag ich auch besonders gerne, obwohl es mir auf vielen mittlerweile auch schnell mal zu voll wird.

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