Faber & Kraftklub [Göttingen]

Göttingen. Eine kleine Studentenstadt mit alten Fachwerkhäusern. Irgendwo ganz knapp an der Grenze zu Hessen. So als könne sich die kleine Stadt nicht entscheiden, wohin sie gehören möchte. Sie muss sich vielleicht auch gar nicht entscheiden, denn an diesem einen Tag im Jahr, der 21.03.2018, ist es egal. Weil Faber und Kraftklub in der Stadt sind.

Im Oktober bereits begeistert gewesen von diesen Jungs aus Karl-Marx-Stadt. Mit überragender Show in Hannover. Dieses Mal ein bisschen näher ran. Dieses Mal noch ein bisschen mehr mittanzen, springen und singen. Aber vorab war da noch ein junger Mann mit Band, dessen Stimme ich ebenfalls seit letzten Jahr immer wieder gerne lausche. Als ich dann gehört hatte, dass er die Vorband sein wird, war für mich klar: Ich muss möglichst früh hin.

Faber ist ein junger Schweizer, dessen Texte ironisch den Finger auf die Wunde der Gesellschaft drücken. Ob bei Wer nicht schwimmen kann der taucht die Volkseinstellung zu Ausländern bemängelt wird oder doch eher mit Alles Gute das eigene Gefühlsleben plus die Verlorenheit. Egal, welche Wörter er da in den Mund nimmt, er schafft es einen zu fesseln. Mit der Stimme, die einfach so rauchig ist wie ein Abend mit Whiskey am Kamin. Nachts habe ich mir dann direkt noch Karten für eins seiner Konzerte gekauft. Weil ich nicht genug bekomme.

BandK
I dont care. I love it.

Aber noch einmal zu Kraftklub. Wie auch schon in Hannover merkt man einfach, wie viel Spaß diese Männer an ihren Auftritten haben. Genau so wie die Zuschauer. Es gibt Moshpits, die sind so groß wie schwarze Löcher im Weltraum. Ich schätze es geht auch genau so viel darin verloren. Aber dennoch: Es hält einen gar nicht einfach nur so dazustehen. Man MUSS sich bewegen.

KBand
Für immer allein‘, für immer.

Zum ersten Mal waren sie also in dieser kleinen Stadt. Zum ersten Mal wurde beim Glücksrat der Songs eine Niete gedreht. Raucherpause. Dann ging es weiter mit dem Coversong Schrei nach Liebe von den Ärzten. Faber kam noch einmal zurück für I love it von Icona Pop. Es wurde geknutscht auf der Bühne. Es wurden Bengalos gezündet. Es explodierten 500k Scheine in der Luft. Den legendären Stage Diving Wettkampf, gab es selbstverständlich auch wieder zum Schluss. Und wer hätte gedacht, dass zum allerersten Mal Felix gewinnen würde? Eh, Randale!

BandmitK
Eh, Randale! Eh, Randale!

Eigentlich ist nur eins gesagt, was wirklich zählt: Es war überragend. Diese Band, dieser Faber, dieses Publikum (auch wenn ich mich wirklich alt gefühlt habe-der Durchschnitt lag womöglich so bei 16 Jahren). Sollte es eine nächste Tour geben, bin ich dabei. Ich würde es mir sogar jetzt schon im Kalender eintragen, denn „ich bin immer nur Fan von dir“.

3 replies to “Faber & Kraftklub [Göttingen]

  1. Ah Göttingen! 😀 Da waren sicher abertausende Studenten beim Konzert, ich hatte das Gefühl, sie machen den Großteil der Bevölkerung dort aus! 😉

    Kraftklub mag ich auch, weniger wegen der Musikrichtung, sondern wegen der Texte. Meistens sind mir die Texte egal, der Rest muss aber stimmen. Hier ist es umgekehrt. Die sind richtig clever. 🙂

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    1. Es waren zumindest keine Leute aus Göttingen da. Oder nur sehr wenig. Sie haben quasi abgefragt 😀

      Das ist absolut richtig. So geht es mir bei denen auch. Über die Texte muss ich immer ein bisschen Schmunzeln, weil sie schon ziemlich schlau verpackt sind 🙂

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