Zweiunddreißig auf einen Schlag

Es rascheln in letzter Zeit viel zu selten Buchseiten unter meinen Finger. Immer sind es nur Bücher für die Uni-wenn überhaupt. Ich komme nur noch selten dazu mal etwas für mich zu lesen. Das vermisse ich gerade sehr. Dieses abtauchen in fremde, ferne Welten. In Lebensgeschichten, die so tieftraurig sein können, dass sie einem lange im Herzen bleiben. Oder sie sind so wunderschön, dass man sich einfach gerne daran zurückerinnert.

Auch in diesem Jahr habe ich wieder ein paar Bücher gelesen. 32 genau genommen. Bis jetzt. Ein paar meiner Lieblinge habe ich euch hier mal wieder zusammengestellt. Habt ihr jemanden, den ihr sehr gerne lest oder könnt ein Buch ganz besonders empfehlen: Dann immer her damit.

H. Mankell: Die schwedischen Gummistiefel

Mankell ist jemand, der aus dem Herzen raus schreibt. Auch wenn es fast 12 Monate her ist, seit dem ich das Buch gelesen habe. Einiges ist noch sehr gut hängen geblieben. Vor allem das Gefühl, welches ich beim Lesen hatte. Das Mitgefühl mit dem kleinen Sturkopf Fredrik Welin.

„Die plötzliche Liebe ist das Einzige, worauf wir hoffen können.“

Inhalt: Seit Fredrik Welin als Chirurg ein Kunstfehler unterlief, lebt er allein auf einer einsamen Insel in Schweden. Ihm ist nach dem Brand seines Hauses so gut wie nichts geblieben. Nur wenige Menschen, die ihm nahestehen: Jansson, der pensionierte Postbote, die Journalistin Lisa Modin, in die er sich verliebt, und seine Tochter Louise, die schwanger ist und in Paris lebt. Als sie wegen eines Diebstahls in Untersuchungshaft gerät, ruft sie ihn zu Hilfe. Während er in Paris über ihre Freilassung verhandelt, erfährt er, dass auf den Schären schon wieder ein Haus in Flammen steht. Mankells letzter Roman, der Nachfolger des Bestsellers „Die italienischen Schuhe“, ist ein sehr persönliches Buch und beschwört die Möglichkeit menschlicher Nähe angesichts von Einsamkeit, Alter und Tod. (Quelle: Amazon)


O. Bordeaut: Warten auf Bojangeles

Französische Bücher haben mich schon immer in den Bann gerissen. Auch dieses. Ab der ersten Seite ist es eine Achterbahnfahrt mit der manisch-depressiven. Man feiert mit. Man trauert mit. Vielleicht lacht man auch mal sehr laut und weint bitterlich. Bei diesem Buch ist einfach alles drin. Und dabei bin ich nur durch Zufall über dieses Buch gestolpert.

„Ich war also an diesem besonderen Punkt angekommen, an dem man noch wählen kann, an diesem Punkt, an dem man über die Zukunft seiner Gefühlswelt entscheidet. In diesem Moment stand ich oben auf der Rutsche. Noch konnte ich mich dafür entscheiden, die Sprossen wieder hinabzusteigen, fortzugehen, weit weg von ihr.“

Inhalt: Sie tanzen zu »Mr. Bojangles«, sie mixen sich Cocktails, gemeinsam mit ihrem Sohn reisen sie in ihr Schloss nach Spanien. Sie ist charmant und charismatisch, nimmt alle für sich ein mit ihrer extravaganten Art. Georges liebt sie hingebungsvoll, die beiden feiern das Leben, wann immer es geht, denn sie kennen auch seine dunklen Momente: Georges‘ schillernde Frau ist manisch-depressiv. Als diese bittere Wahrheit ihr Paradies zu zerstören droht, entführen Vater und Sohn die Frau, die sie lieben, kurzerhand aus der Psychiatrie. In einem englischen Oldtimer nehmen sie Kurs auf Spanien, in der Hoffnung, dort so weiterleben zu können wie bisher. (Quelle: Amazon)


M. Lande: Die Geschichte der Bienen

Ein Roman, der nicht aktueller sein könnte. Mich hat er wirklich tief erschüttert. Ich habe sehr viel über Bienen gelernt und weiß jede nun ein bisschen mehr zu schätzen. Sie müssten so viel mehr beachtet und geschätzt werden. Ich hoffe das es nicht so weit kommt, wie in dem Buch. Das wir vorher die Notbremse ziehen und diese Geschichte nicht wahr wird. Umwerfend gut geschrieben. Rüttelt hoffentlich jeden wach.

Dazu passt ein Zitat, welches nicht aus dem Buch stammt:

Die Erde ist freundlich, warum wir eigentlich nicht? Sie ist freundlich, warum wir eigentlich nicht?
-Herbert Grönemeyer

Buchklappentext: England im Jahr 1852: Der Biologe und Samenhändler William kann seit Wochen das Bett nicht verlassen. Als Forscher sieht er sich gescheitert, sein Mentor Rahm hat sich abgewendet, und das Geschäft liegt brach. Doch dann kommt er auf eine Idee, die alles verändern könnte – die Idee für einen völlig neuartigen Bienenstock.

Ohio, USA im Jahr 2007: Der Imker George arbeitet hart für seinen Traum. Der Hof soll größer werden, sein Sohn Tom eines Tages übernehmen. Tom aber träumt vom Journalismus. Bis eines Tages das Unglaubliche geschieht: Die Bienen verschwinden.

China, im Jahr 2098: Die Arbeiterin Tao bestäubt von Hand Bäume, denn Bienen gibt es längst nicht mehr. Mehr als alles andere wünscht sie sich ein besseres Leben für ihren Sohn Wei-Wen. Als der jedoch einen mysteriösen Unfall hat, steht plötzlich alles auf dem Spiel: das Leben ihres Kindes und die Zukunft der Menschheit.


J. Picoult: Small Great Things

Es ist nicht verwunderlich, dass Picoult als einer meiner Lieblingsautorinnen wieder mal dabei ist. Wenn sie ein neues Buch hat, ist das meistens auch auf meiner persönlichen Bestsellerliste. So auch diese. Aktuelles Thema, aus dem Leben gegriffen. Ich könnte mir vorstellen, dass es genau so auch hätte passieren können. Man setzt sich wie immer mit jedem Charakter auseinander, leidet mit ihm und fühlt mit ihm.

Den Inhalt findet ihr hier.


J. Strelecky: Das Café am Rande der Welt

Dieses Buch hat mich tagelang beschäftigt. Eigentlich habe ich es an zwei Tagen durchgelesen und eigentlich denke ich noch heute darüber nach. Direkt nach dem Lesen war ich erst einmal kurz von mir selbst enttäuscht: Warum mache ich so wenig von dem, was mit Spaß macht oder was mir gut tut? Worauf warte ich?
Ich habe darüber sehr lange nachgedacht und falls ihr noch einmal nachlesen wollt, gibt’s den Beitrag von mir, meinen persönlich Senf quasi, hier. 


S. Fitzek: Achtnacht & Flugangst 7a

Gleich wieder zwei Bücher, die ich euch wärmstens ans Herz legen möchte, wenn ihr auf Thriller steht. Ich freue mich ja immer wie eine Schneekönigin, sobald ein neues Buch von ihm raus ist. Reiße es mir unter den Nagel und verschlinge es. Bei Achtnacht wird die Gesellschaft kritisch betrachtet. In Flugangst 7a habe ich einige gute Freunde von mir wiedergefunden (wegen der Flugangst versteht sich). Denen würde ich das Buch allerdings nicht empfehlen.


J. Meyerhoff: Allte Toten fliegen hoch. Amerika.

Damit bin ich nun wirklich, wirklich spät dran. Ich weiß! Aber besser spät als nie. Wer Meyerhoff bisher, so wie ich immer verpasst hat, der sollte unbedingt mit Lesen anfangen. Herzlich, lustig und eine wirklich unglaubliche Lebensgeschichte, die er da zu erzählen beginnt. Ein toller Autor mit ganz viel Talent, etwas zu verbildlichen.

Inhalt: Von der ersten Seite an folgt der Leser gebannt Meyerhoffs jugendlichem Helden, der sich aufmacht, einen der begehrten Plätze in einer amerikanischen Gastfamilie zu ergattern. Aber schon beim Auswahlgespräch in Hamburg werden ihm die Unterschiede zu den weltläufigen Großstadt-Jugendlichen schmerzlich bewusst. Konsequent gibt er sich im alles entscheidenden Fragebogen als genügsamer, naturbegeisterter und streng religiöser Kleinstädter aus – und findet sich bald darauf in Laramie, Wyoming, wieder, mit Blick auf die Prärie, Pferde und die Rocky Mountains.
Der drohende Kulturschock bleibt erst mal aus, der Stundenplan ist abwechslungsreich, die Basketballsaison steht bevor, doch dann reißt ein Anruf aus der Heimat ihn wieder zurück in seine Familie nach Norddeutschland – und in eine Trauer, der er nur mit einem erneuten Aufbruch nach Amerika begegnen kann. (Quelle: Amazon)

4 replies to “Zweiunddreißig auf einen Schlag

  1. Deine Liste macht mir sehr bewusst, was ich noch lesen können sollte und müsste und wie wenig ich zum Lesen komme und dann auch noch wie langsam ich lese.

    Es ist vieles unter Deinen Empfehlungen, was mich wohl sehr ansprechen würde. – Wie kriege ich das bloß realisiert …????

    Liebste Grüße und mein Wunsch für Dich, schon so bald als möglich viel mehr Lesezeit zu haben, natürlich für die Bücher, die Du lesen möchtest und die Dich so empfinden lassen, wie Du es erträumst – in anderen Welten …

    Liken

    1. Du genießt wohl beim Lesen, das ist dann kein „langsames lesen“ 😉
      Auch langsam kommt man ans Ziel. Und gerade die schönen Bücher möchte man doch gar nicht schnell zu ende lesen-die sollen doch am besten gar nicht zu Ende sein:)

      Liebe Grüße an dich und danke für den lieben Wunsch, den gebe ich gerne so zurück.

      Gefällt 1 Person

  2. 32? Also, meine Mutti ist ein extremer Bücherwurm und schafft auch mal über 40 in einem Jahr. Die findet ihre 28 in diesem Jahr schon zu wenig. Ich habe bis jetzt glaub ich 10 oder so gelesen und finde das schon eine Meisterleistung. 😉

    Fitzek ist wirklich spannend, aber ich kann den gar nicht mehr lesen. Ich hatte schon 2 Bücher von ihm und hab jetzt Passagier 23 durch. Der ist mir einfach viel zu blutrünstig und seit ich ein Kind hab, stößt mir auch sehr sauer auf, dass bei ihm relativ oft irgendein perverser Scheiß mit KIndern vorkommt… Nee. Ich kann das nicht mehr. 😉

    Liken

    1. Leider bin ich mittlerweile auch nicht mehr so gut dabei. Aber ich mache das immer gerne, irgendwo lesen, einfach um ein bisschen aus dem Alltagsstress rauszukommen 🙂

      Das kann ich mir gut vorstellen! Ich glaube, als Mutter würde mir das auch echt schwer fallen…

      Liken

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
close-alt close collapse comment ellipsis expand gallery heart lock menu next pinned previous reply search share star