Küstenliebe (Mallorca Tag 2)

Port de Colom

Endlich scheint die Sonne vom Himmel und die Temperatur ist sogar etwas gestiegen. Wir packen unsere Rucksäcke, setzen uns ins Auto und düsen los. Erst einmal nach Port de Colom. Auch dieser Ort ist neu für mich. Die Stadt erinnert mich ein bisschen an Italien. Die bunten Häuserfassaden stehen dicht am Wasser und umrahmen die Bucht. Die Hauskanten berühren beinahe die See, fast so als würden sie mal antesten wollen, wie warm das Wasser wohl ist.

m2-4
Bisschen schiefe, schöne Welt.

Eine kleine Runde drehen wir also durch den Ort. Steigen ohne Jacke aus dem Auto aus, denn plötzlich ist Frühling auf der Insel. Das Ende der Straße und gleichzeitig auch das Ende der Bucht wird von einem Leuchtturm bewacht. Damit auch ja keiner quer fährt. Ich stehe daneben, so nah wie es eben geht, wenn ein dickes Tor die Einfahrt versperrt, und starre gelassen auf das Meer.  Meer angucken ist angesagt.

m2-5
Port de Colom in schwarzweiß.

Cala Romantica

Auch im weiteren Verlauf des Tages. Unsere heutige Wanderung beginnt in Cala Romantica. Nur weil der Ort nach Romantik klingt und schnuckelig süß ist, ist es der Beginn der Wanderung nicht. Der hat es faustdick hinter den Ohren. Es ist Steinkraxelei angesagt. Ich bin in meinem Element. Allerdings geht es nur gut 5 Meter hoch, danach endet der Fels auf einem Pfad, der durch kniehohe Palmen führt.

m2-3
Romantische Cala.

Es raschelt überall, doch wenn man stehen bleibt ist nur Stille zu hören. Na gut, fast. Ein paar Ziegenglocken klingeln leise in der Ferne und das Meer flüstert leise neben mir. Manchmal kreisen die neugierig Möwen auch mit lautem Geschrei über uns, doch ansonsten hört man nichts. Einfach nichts.

Der Weg an der Küste, immer weiter durch die kniehohen Palmen und ab und an über scharfkantige Felsen führt uns nach etwa 3 km in eine Bucht runter. Hier wird’s noch mal tricky. Wir müssen nämlich auf der anderen Seite wieder hoch. Eigentlich habe ich da gar keine Lust drauf, aber Leute, ich kann euch sagen: Grenzen überwinden und mal das machen, was anstrengend ist, denn meistens wird man dafür belohnt! Wie auch in diesem Fall. Vor uns lag endlich die Steinbrücke.

m2-1
Schürfwunden wegen Pälmchen sammeln.

Meinen Mund habe ich vor Staunen gar nicht mehr zubekommen. Was für Dimensionen! Eine riesige Naturbrücke über die wir selbstverständlich liefen, um das Meer in der Mitte von allen Seiten zu begutachten. (Klettern konnte man da im Übrigen auch.) Beim Picknick am Abgrund musste ich aufpassen, dass vor lauter Begeisterung das Käsebrot nicht wieder aus dem Mund fiel. Was glaubt ihr, wie viele Fotos ich von dieser herrlichen Landschaft gemacht habe. Genau. Ungefähr eine Million. Und obwohl sie alle exakt gleich aussehen (es ändert sich ja bei so einem Fels nicht viel), traue ich mich nicht auch nur ein einziges davon zu löschen. Da bin ich ganz eigen.

m2

Lie

  • Leuchtturmbegutachtung
  • Küstenwanderung
  • Ziegenbimmelei und Möwengeschrei
  • Stille am Meer
  • Naturwunder aus Stein

4 replies to “Küstenliebe (Mallorca Tag 2)

  1. Ich mag deine Reiseberichte und die dazugehörigen Fotos immer so sehr:)
    Und da gerade immer mehr Schneeflocken auf meinem Dachfenster landen – die ohne Zweifel auch ihre Schönheit haben – tut es gerade den Gedanken schon gut sich in den Süden zu flüchten 🙂

    Gefällt 1 Person

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das:
close-alt close collapse comment ellipsis expand gallery heart lock menu next pinned previous reply search share star