Windpuste (Mallorca Tag 1)

Es ist kalt in Deutschland. Bitterkalt. Zumindest im Vergleich zu den 20 Grad, die ich gestern Vormittag noch auf der Insel hatte. Wahrscheinlich könnt ihr es gar nicht mehr hören. Immer dieses Mallorca. Was macht man eigentlich über Weihnachten im Rentnerparadies? So eine ähnliche Frage stellte mir auch M gestern, als ich ihm die Fotos zeigte. Das seien ja nur Landschaftsbilder. Ob wir denn auch Urlaub gemacht hätten. Doch als er die ersten drei Fotos durchgesehen hatte, geriet auch er wieder ins Schwärmen.

In der Tat ist Mallorca über die Weihnachtsfeiertage ein Rentnerparadies. (Zusätzlich dazu gibt es noch ein paar junge Leute, die aber bis auf die Hotelbar nichts weiter von der Insel sehen.) Als wir ankamen hätte ich mich da allerdings auch erst einmal hinsetzen können. Es waren kalte 10 Grad und Nieselregen gab’s oben drauf. Nicht schlimm, denn das Hotel hat ein tolles Lesezimmer mit Kamin. Außerdem kann man sich auch mit Regenjacke auf den Balkon setzen-der Ausblick lohnt alle Mal.

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Meer anstarren: Wer zuerst wegguckt hat verloren.

Cap Formentor

Mein Vorsatz war 10 Tage auf’s Meer gucken. Jeden einzelnen Tag habe ich das durchgezogen. Egal wo ich war, das Meer konnte ich immer sehen. (Auch wenn’s manchmal nur im Augenwinkel war.) Also ging es am ersten richtigen Urlaubstag auch direkt mit unserem Panzerauto (noch breiter war kaum möglich) ans Meer. Oben in Pollenca, Richtung Cap de Formentor, wollte ich eigentlich kurz aussteigen. Keine Chance. Der Wind schlug mir die Autotür vor der Nase zu-Pech gehabt. Das war’s vorerst mit freier Sicht auf’s Mittelmeer.

Tramuntana

Somit ging’s weiter. Durch die Berge des Tramuntanas. Die Straßen waren klitschnass, manchmal brachen kleine Bäche aus den Mauern heraus, Steinschlaggefahr bestand ohnehin schon und den einen oder anderen Baum mussten mein Vater und mein Bruder auch aus dem Weg räumen. Aber dafür konnte man Wasserfälle bestaunen, die es selten zu sehen gibt auf dieser sonst so trockenen Insel.

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Andere Art von Meer.

Cala Vicenc

Man sollte ja auch nicht immer nur die gleichen Ecken anschauen. Also rollten wir ein bisschen umher, hinein in die unbekannten Ecken der Insel. Schon schlugen wir in Cala Vicenc auf. Ein kleiner Ort mit viel Charme. Auch bei Regen und Sturm. Bis zum Meer kann man hier fahren. Das Aussteigen ging sogar ein bisschen leichter. Also ließen wir uns einmal kräftig durchpusten. Unten am Strand klatschte mir die Salzluft ins Gesicht. Das Wasser war bereits bis an die ersten Treppenstufen gestiegen. Den alten Olivenbaum schien es nicht zu stören.

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Unruhige See in Cala Vicenc.

Ein Stück weiter hielten wir noch einmal. Hier mussten wir die Wellen beobachten. Wie hoch sie gegen die Felsen reichten. Mit lautem tosen brachen sie auf offener See. Selbst am sicheren Ufer wurden wir ein bisschen nass. Das Salz konnte man sich später von den Lippen lecken.

Toure del verger

Zur guter Letzt landeten wir dann, nach einer kleinen Westküstentour, wieder an unserem altbekannten Freund. Dem Geisterturm, wie wir ihn seither nennen. Es hatte aufgehört zu regnen und wir konnten uns trotz Wind auf das Türmchen wagen. Endlich ein bisschen Beine vertreten und vor allem: Noch einmal Meer angucken!

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Geister- oder Piratenturm? Auf jeden Fall ein Lieblingsort.

Lie

  • Neue Ecken entdecken
  • Vom Winde verweht
  • Wellen und Meer beobachten
  • Durchs Gebirge eiern
  • Alte Freunde treffen
  • Hotelzimmerausblick

5 replies to “Windpuste (Mallorca Tag 1)

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