Du. Ich.

137 Minuten Fahrt. Angespanntes Sitzen und schweigendes Reden. Ein Kreuzverhör über die Vergangenheit. Mein Kopf ist leer und du stellst Fragen. Zu Ex Freunden und meinen Ängsten, zu meiner Vergangenheit. Ich hasse alles an uns. Unsere Ähnlichkeit und unsere Verkorkstheit und vor allem unsere beschissene Angst. Wie kann die Angst vor Bindung größer sein, als die Angst davor jemanden zu verlieren, den man so sehr mag? Beschissene Feiglinge. Noch immer steht dieser Entschluss. Nie wieder du. Weil die Angst vor Verletzungen schützt. 137 Minuten Fahrt.

Und dann steigen wir aus dem Auto aus, gehen durch den Bahnhof und holen dein Fahrrad. Du streckst deinen Arm für eine Umarmung aus. Ich gehe auf dich zu, weil immer ich es bin, die auf dich zu geht, nie andersherum. Schlinge meinen Arm um dich und presse mein Gesicht in deine Jacke. Nur kurz noch einmal deinen Geruch einatmen und mein Lächeln vor dir verstecken. Damit niemand sieht, wie glücklich ich an deiner Schulter bin. Wir verharren für eine kleine Ewigkeit. Die Welt bleibt stehen, dreht sich einfach nicht weiter. Ein letztes Mal Zuhause sein.

6 replies to “Du. Ich.

  1. Ui, ein wirklich guter Beitrag, er geht tief. Ich denke ich war einmal in ganz ähnlicher Situation, es ist einfach verrückt, dein Text beschreibt es wirklich gut. Es lässt mich erinnern, es lässt eine traurige stimmen, aber zugleich wirkt die Erinnerung wärmend und vertraut…
    Wirklich gut, weiter so! 🙂

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