Bitte Stehenlassen (Ostsee)

Mal kurz ein paar Stündchen ins Auto gesetzt und schon ist man angekommen. Am Meer nämlich. Sobald das Land flacher wird, die Wiesen grüner und weiter und der Himmel blauer, ist das schon ein kleines bisschen Urlaub. Irgendwie ist das eine andere Welt hier oben im Norden. Keine Berge, nur Dünen, Reetdachhäuser und dahinter irgendwo das Meer.

See1
Alles da zum Glücklichsein: Meer. Himmel. Horizont.

Ein bisschen Salzluft einatmen, die Kapuze gegen den Regen enger ziehen und einfach nur aufs Meer blicken. Für ein paar Minuten zur Statur werden. Während ich in Gummistiefeln die Ostsee anteste, am Strand entlang spaziere und dem wütenden Himmel mein Gesicht entgegenstrecke, kann ich es beobachten: Überall stehen, vereinzelt oder in Gruppen, Menschen an der Küste und starren. Sie blicken aufs Meer und sind glücklich und zufrieden. Die See bringt mit all ihrer Ruhe deine eigene innere Ausgeglichenheit zurück. Egal, wo sie war, mit jeder Welle kommt sie zu dir zurück.

Hohwacht ist ein kleiner Ort auf unserer Reisestrecke, an dem wir zuerst stoppen, um kurz ein bisschen Luft zu holen und zu starren. Am Meer entlang zu wandern, durch die ruhige Ostsee zu hüpfen und dann lecker Mittag zu essen. Schön ist es hier. Auch bei Regen und ohne Wind-so ganz untypisch für die See.

See3
Der Regen hat kurz durchgewischt. Alles wieder sauber.

Weiter nach Großenbrode. Hier waren wir vor ein paar Jahren schon einmal. Ein kleiner Ort, der eigentlich nur wegen urlaubswütigen Touris entstanden ist. Die Feriensiedlung ist noch relativ neu und die Wohnungen wunderbar eingerichtet. Von jedem unserer Fenster aus konnten wir das Meer sehen-sogar wenn man nur faul im Bett lag! Also war die See immer zum Greifen nahe, auch wenn man gar nicht rausgehen wollte (oder konnte, weil man sich beim Bruder angesteckt hat).

See2
Auf dem Holzweg.

Den ersten Tag verbrachten wir daher mit Strand- und Seebrückenspaziergängen. Am zweiten Tag ging’s nach Burg (Fehrmarn) zum Bummeln (wie das ist, seht ihr hier). Danach selbstverständlich einen kurzen Abstecher zum Südstrand machen. Das Meer von wo anders betrachten (ist immer gleich schön!), Sonne tanken und sorgenfrei einen Kaffee schlürfen. Das Café Sorgenfrei ist nämlich immer noch mein allerliebster Platz hier am Südstrand. Nicht nur wegen des Blickes aufs Wasser und der himmlischen Mandeltarta.

Wenn ich entscheiden müsste, was ich an den beiden Tagen am Schönsten fand, würde ich keine Antwort formulieren können. Wahrscheinlich war es die Mischung aus „Familienurlaub mit Opa, Eltern und Bruder“ und „Ruhe und Abstand von allem bekommen“.  Den Opa wieder in die Arme schließen, mit dem Bruder scherze machen, abends mit den Eltern puzzlen oder eben einfach stehen und starren. Wohin auch immer. Glücksmomente, die vieles toppen.

6 replies to “Bitte Stehenlassen (Ostsee)

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