Get ready for the USA

Die Sachen sind gepackt. Mein Köfferchen liegt zwar noch immer geöffnet auf dem Boden und wartet auf die Kosmetiktasche, aber ansonsten wäre ich Abreise bereit. Bin ich das? Mein Fernweh, meine Abenteuerlust schreien lauthals „ja, wir sind bereit!“. Ich hingegen weiß noch nicht so ganz, was da auf mich zukommt.

New York. Ein Ort, den man sicher einmal besucht haben muss. Ich stelle es mir imposant vor. Alles riesig und groß, sodass ich nach den vier Tagen sicher eine Nackenstarre haben werde, vom vielen Nach-oben-Schauen. Die ganzen Sehenswürdigkeiten, das Leben im Hostel, das Leben aus dem Koffer. Denn aus dem Koffer werden wir leben. Fast 14 Tage lang. Aber über das Packen habe ich nun wirklich schon genug geschrieben – und herausgefunden, dass ihr ebensolche Packmuffel seid wie ich.

Florida. Hitze. Der Sommer wartet auf uns. Aber bin ich bereit für Sommer? Hier ist gerade mal Frühling. Meine Haut ist noch so blass wie ein Schafskäse. Und dann will ich mich also in die Sonne Floridas begeben. Warum nicht. Sommer ist doch immer gut. Und ich habe nur Sommersachen eingepackt. Weil dann Urlaub ist und Urlaub meistens im Sommer. Vielleicht kommt der dann ja auch endlich in meinem Herzen an.
Ich frage mich, ob es mir eine Stadt, ein Ort, ein Ausflug besonders antun wird. Ob ich mich in diesen Moment verlieben werde, so wie ich mich auf den ersten Blick in England verliebte. (Manchmal findet man die Liebe an den unerwartetsten Orten.) Ich frage mich, ob ich dann auch jedes Mal dieses warme Gefühl im Bauch kriege, wenn ich daran zurückdenken werde. So wie eben an dem heißen Tag in Little Italy, wo alles nach Wassermelonen roch. Ja, ok, ich höre ja schon auf zu schwärmen.

Ich freue mich auf die Reise. Wirklich. Ich gehe mit großer, gigantischer Vorfreude an diese Reise heran. Ich hoffe auf so viele neue, gute (und nur gute, bittebittebitte!) Erlebnisse. Und trotzdem gibt es im Hinterkopf immer irgendwelche kleinen, flüsternden Stimmen, die Vorsicht gebieten. Wie zwei alte Damen auf einer noch älteren Bank, die sich tratschend die neusten Gefahren zuwispern. (Da spricht wieder ein bisschen der Feigling aus mir, an diese Koexistenz muss ich mich wohl gewöhnen.)
Es liegt aber nicht wirklich an der Reise, dass ich mit meinen Gedanken eigentlich ganz woanders bin. Obwohl ich all meine Uniprüfungen streberhaft vor dem Urlaub eingereicht habe, hängt etwas in meinem Kopf fest. Hartnäckig wie Kaugummi unter der Schuhsohle. Ich weiß genau, worum es sich dreht. Das Gefühl irgendetetwas dagegen tun zu müssen, aber nicht zu wissen was genau das sein sollte, beschleicht mich. Ich muss also abwarten, irgendwie warten auf irgendwas. Machtlosigkeitsgefühl.

Sonntag geht es los, in aller Frühe. Hoffentlich komme ich – zusätzlich zu meinem richtigen Klamottenkoffer – mit einem imaginären Gedankenkoffer voller wunderschöner Erinnerungen zurück. Vielleicht bringe ich ja auch den Sommer mit, wenn er nicht schon längst vor mir hier ankommt (nächste Woche soll es doch wieder heiß werden?). Also lieber Sommer, bring den Geruch von Wassermelone und Sonnencreme, bring Kinderlachen, bring Badeseewetter, bring Sommerregen und bring vor allem sternenklare Nächte. Und das bitte nicht nur in meiner Abwesenheit, sondern auch, wenn ich wieder zurück bin.

7 replies to “Get ready for the USA

  1. Viel Freude und vielfältige Begebenheiten –
    allee Gute und gesunde Heimkehr…

    PachT

    Nachsatz:

    Noch ein Gedanke,
    eben als Nr. 391 in meinem Tagebuch vermerkt:

    “ Wer beim SCHWARZFAHREN das eingesparte GELD beiseitelegt,
    hat für den FALL des ERWISCHTWERDENS
    eine sichere KOSTENDECKUNG …“

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  2. Liebe Ines,

    ich wünsche dir von Herzen alles, alles Liebe und Gute eine unvergessliche Reise: Spannend, aufregend, besonders – voll Sommer, Urlaub und all dem, was du dir wünschst!
    Ohne Un- und Zwischenfälle selbstverständlich!

    Ich wünsche dir, dass alles kommt, wie du es dir wünschst und dass, was immer passieren mag, du nicht nur mit offenen Augen und Armen alles Neue in dir aufnehmen kannst, sondern vor allem mit und in deinem großen Herzen,
    das bis dahin hoffentlich offen und bereit sein wird – für all das Neue, das dich dort erwartet.

    Pass auf dich auf und komm gesund und wohlbehalten zurück!

    PS: Und ja auch ich hoffe auf den Geruch von Wassermelone und Sonnencreme, Kinderlachen, Badeseewetter, Sommerregen und sternenklare Nächte.
    Vielleicht bleibt dafür ja noch etwas Platz in einer Ecke deines Koffers 😉

    Vielleicht schaffe ich es ja in deiner Abwesenheit deine letzten Einträge zu lesen und zu kommentieren, ich war ganz schön nachlässig…

    Machs gut Ines und denk dran:

    Nimm alles mit was geht, lass dir keine Chance entgehen, nutze sie! Versuche aus allem das Beste, Größte und Schönste rauszuholen!
    Wage es! Die Welt steht dir offen, sie wartet auf dich!

    Uns gehört nur das Jetzt, niemand weiß, was Morgen oder gar in ein paar Jahren ist, deshalb fülle das Heute mit Leben:

    „Verschenke jeden Tag dein Lächeln, öffne die Augen für das Wunder des Lebens, atme, tanze, liebe, schmecke, fühle, und sage am Abend: Ich habe gelebt.“
    Jochen Mariss

    Sei frei und wild und wunderbar, denn

    „Jetzt sind die guten alten Zeiten, nach denen wir uns in zehn Jahren zurücksehnen.“
    Peter Alexander Ustinov

    Von Herzen alles Liebe! =)

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    1. Du bist wirklich eine Liebe! Ich danke dir viiiielmals für diesen wunderbaren, herzlichen Kommentar und die lieben Wünsche.

      Hoffentlich kommt der Sommer auch hier an, sodass du ihn hier schön genießen kannst – wenn nicht: ich schlepp ihn dann einfach wirklich mit hierher. 😉

      Die Zitate nehme ich mit auf die Reise und versuche sie natürlich so gut es geht umzusetzen. Denn sie sind wieder einmal sehr schön und sehr, sehr wahr (:

      Auch dir alles Liebe und die herzlichsten Grüße!

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    1. Herzlichen Dank! ♥
      Ein paar Berichte werde ich bestimmt wieder schreiben – ach,was sag‘ ich: Meistens schreib‘ ich dann eh viel zu viel, wenn ich erst einmal damit angefangen habe… 😉

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