Cap Frehel [Frankreich]

Morgens ist die Scheibe von Otis beschlagen. Von innen und von außen, da die Nächte mittlerweile kalt geworden waren. Wir waren schon am Vornachmittag am Cap angekommen, hatten einen kleinen Spaziergang auf dem GR34 gemacht und uns über die wunderbare Landschaft und die Ausblicke gefreut. Morgens waren wir die ersten der etlichen Camper, die auf dem offziellem Stellplatz standen. Wir fuhren direkt an den Leuchtturm und starteten nach dem Frühstück zu unserem kleinen Rundgang.

Den ersten Vogel den wir sahen und hörten war, eigentlich wie immer, die Ringeltaube. Wir hatten mittlerweile die Vermutung und Schwurbeltheorie aufgestellt, dass Ringeltauben eigentlich überwachungsdrohnen sein mussten. Sie waren überall. Und sie schauten immer von irgendwelchen hohen Posten auf uns hinab. Egal, wo wir waren. Nach der Ringeltaube kamen die Blaumeisen und Rotkehlchen und dann ein Freund, über den ich mich tierisch freute.

Ein Wendehalspaar hüpfte über dem Boden und ließ sich kaum von uns stören. Wir konnten in Ruhe beobachten und wurden zurück beobachtet. Ich habe bisher erst ein einziges Mal einen Wendehals gesehen. Auch in Frankreich, in den Pyrenäen. Das war ein toller Moment. Dieser war es auch.

Weiter ging es dann zum Leuchtturm und an jedem Strauch blieben wir stehen. Es gab Steinschmätzer, Schwarzkehlchen, Heckenbraunellen, vorbeifliegende Kiebitze, die sich beschwerende Provencegrasmücke. Auf den Felsen hatten wir eigentlich auf Thordalks gehofft, aber die Saison der Wasservögel war wohl wirklich vorrüber. Weder Basstölpel noch Thordalks wurden in diesem Urlaub gesichtet. Der Frühstart hatte uns mal wieder einen gewaltigen Vorsprung vor den anderen Tourist:innen geschafft. Wir konnten zwei Stunden einfach nur für uns genießen. Delfine sahen wir übrigens auch keine.

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