Alle Vögel sind schon da

Als ich neulich im Silvretta unterwegs war, wurde endlich mal wieder eine kleine Vogelwanderung gemacht. Mehr durch Zufall am ersten Tag und dann etwas geplanter am zweiten. Wenn ich unterwegs bin und Vögel sehe oder höre und dann auch noch meine Kamera dabei habe, muss ich stehen bleiben. Für meine Begleitung manchmal ganz schön anstrengend.

Die Latschenkiefern hatten es den Vögeln besonders angetan. Sie tummelten sich in den Nadelbäumchen, obwohl es mitten am Tag war. Für einen Miniabschnitt von vielleicht 500 Metern brauchte ich also eine gefühlte Ewigkeit. Hier der Bluthänfling, da die Tannenmeise. Am Wasser unten dann die Wasseramsel und auf dem Campingplatz die kleinen Birkenzeisige. Die hatte ich vorher noch nie so bewusst gesehen. Süß sind die kleinen Vögel.

Beim zweiten Mal war ich alleine unterwegs und musste auf niemanden Rücksicht nehmen. Also schlenderte ich hinauf in die Berge und hörte und sah plötzlich überall die Heckenbraunellen. Der meist verbreitetste Vogel hier, wie es schien. Dann entdeckte ich plötzlich zwei Vögel, die aussahen wir Amseln mit einer Pigmentstörung. Aber sie hatten wenn dann beide dieselbe Pigmentstörung. Ich schaffte es noch ein Foto zu schießen und später nachzuschauen: Offensichtlich hatte ich hier zwei Ringdrosseln getroffen. Ich wusste nicht einmal, dass es sie gab.

Auf dem Rückweg hörte ich dann seltsame Geräusche aus dem Gestrüpp. Ich blieb stehen, lauschte, schaute. Versuchte mit der Merlin App herauszufinden, was ich da hörte. Mir war schnell klar, dass es nur das Birkhuhn sein konnte. Oder besser der Birkhahn, balzend. Und dann stand ich 30 Minuten an einem Fleck und versuchte diesen Vogel zu erspähen. Unnötig zu erwähnen, dass er so tief in den Büschen versteckt war, dass ich ihn natürlich – trotz Fernglas – nicht erspähen konnte.

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