Wir waren im Vercors-Gebirge angekommen. Nach 2,5 Monaten trafen wir Menschen, die wir kannten und die unsere Sprache sprechen – dazu aber wann anders mehr. Während es auf dem Campingplatz Sonne und warme Temperaturen gab, änderte sich das Wetter schlagartig als wir aus dem Bus stiegen, um die Wanderung zu beginnen. Die Sonne war zwar weiterhin sehr präsent, doch der Wind war viel präsenter. Dadurch wurde es deutlich kälter und ungemütlicher.

Die Wanderung führte uns auf der Hochebene entlang. Abbruchkante immer rechts neben uns. Ich war dankbar für meinen Wanderstock, mit dem ich die Windböen ausgleichen konnte. Die Hummeln hatten diese Möglichkeit nicht und klammerten sich daher an Halmen, Kanten und Blüten fest. Es sah teilweise aus wie ein riesig großer Hummel-Friedhof. Zum Glück lebten sie noch.


Pferde grasten wild auf den weiten grünen Wiesen. Pilze so groß wie Felsbrocken wuchsen im Halbkreis am Hang. Der Himmel strahlte blau. Der Wind jagte uns weiter um die Ohren und die Sonne ließ mich die Augen zusammenkneifen. Obwohl die Wanderung gar nicht weit war, strengte der Wind dann doch ziemlich an.

Am Schluss durchquerten wir noch eine Kuhherde (wieder war ich dankbar für meinen Wanderstock) und entdeckten Postkartenmotive. Schafe, Hütte und Berge – so ist die Welt ganz in Ordnung. Sogar der Wind ließ hier etwas nach. Warum wir aber eigentlich zwischenzeitlich noch einmal stoppen mussten, waren die Murmeltiere, die sich auf den Steinen in Position brachten. Sie schlugen Alarm, sobald wir etwas näher kamen. Allerdings ließen sie sich dann doch gar nicht mehr so sehr stören.

