Levada des 25 fontes [Madeira]

Der letzte Tag ist immer der Tag, an dem man schon fast mit einem Bein wieder auf dem Nachhauseweg zu sein scheint. Der Kopf bereitet sich langsam auf die Alltagsrückkehr vor, während man eigentlich im Urlaubsmodus verweilen möchte. Für unsere letzte Wanderung hatten wir uns eine der wohl bekanntesten Wanderungen auf Madeira ausgesucht. Wann immer wir an dem Parkplatz vorbeifuhren war er voll bis oben hin. Wir starteten jedoch wieder einmal zum Sonnenaufgang und somit deutlich vor den restlichen Menschen.

Während es unten an der Küste noch neblig war, hatten wir hier oben auf dem Berg doch tatsächlich mal Glück. Wolken zogen zwar auch hier von rechts nach links, aber man konnte die Sonne erahnen. Für den Aufgang blieb uns aber keine Zeit. Wir starteten unsere Wanderung erst einmal eine ganze lange Strecke bergab auf asphaltierter Straße.

Nach gefühlt 5 km fragte ich mich dann doch irgendwann, warum dieser Asphaltweg zu den schönsten Wanderungen zählen sollte. Allerdings bog dann ein Pfad links ab und ab hier begann der schöne Teil. Herrlich verworrene Bäume säumten den Weg und hinter dem Cafe trafen wir dann auch auf die Levada. Lange nicht gesehen! Und wahrscheinlich auch für längere Zeit erst einmal zum letzten Mal.

Der Weg wurde zunehmend schmaler und schmaler (jedoch immer gut gesichert). Hinter einer Kurve führte uns der Wasserlauf dann in den für mich schönsten Abschnitt der Wanderung: Alte verschlungene Bäume wuchsen über den Weg. Gekrümmt und vom Wind gebeugt. Es war wie im Märchenwald.

Dann zeigte sich der Weg plötzlich ganz anders und offenbarte uns Ausblicke auf die Berge und eine tolle Aussicht. Man kann wohl sagen, dass dieser Weg einer der abwechslungsreichsten war. Schmale Levada-Pfade, knorrige Bäume, Aussichten und dann am Ende das offizielle Highlight, weswegen alle Menschen hierher strömten. Wir hatten Glück und konnten tatsächlich eine Pause einlegen und Fotos machen, ohne das wir jemand anderem begegneten.

25 Quellen sollen es sein, die sich hier in dem Becken treffen. Und tatsächlich: Es sind viele. Beim Nachzählen kam ich jedoch immer wieder auf unterschiedliche Zahlen. Das Wasser rauscht laut aus dem großen Hauptwasserfall und plätschert aus vielen kleinen Rinnsalen an der Wand hinab. Es ist ein magischer Ort. Woher das Wasser kommt und warum es sich so verteilt ist unklar. Die bewachsene, grüne Felswand lässt das ganze wunderbar magisch erscheinen. Fehlen nur noch die Elfen oder welche Wunderwesen man sich hier auch immer vorstellen mag.

Auf dem Rückweg wurde es richtig voll. Eigentlich konnte man auf den engen Wegen nur mit Maske ausweichen. Rücken an Rücken. Mich hätte das schon wieder ziemlich angenervt, wenn meine Aufmerksamkeit nicht auf das leise Piepsen gelenkt worden wäre. Und da waren sie wieder: Die kleinen Madeira Goldhähnchen. Ab jetzt kam ich nicht mehr voran, blockierte den Weg um Fotos zu machen. Einerseits war ich so hin und weg von ihnen -so süß und klein – andererseits waren sie so flink und quirlig, weswegen ich sie kaum vor die Linse bekam. Dabei wollte ich sie so gerne als Erinnerung mitnehmen. 300 verschwommene Fotos und 200 Fotos von Sträuchern später hatte ich genau drei einigermaßen gute Fotos. Der Rückweg konnte erfolgreich fortgesetzt werden.

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