Seepause

Heute fühl ich mich frech, wild und wunderbar. Ganz so wie man nach Lindgrens Meinung nach sein soll. Da Pipi Langstrumpf sowieso schon immer meine Alltagsheldin ist, bin ich heute in ihre Fußstapfen getreten. Nein, ich habe mir kein Pferd oder Affen zugelegt und stark bin ich auch nur, um 10 Liter Wasser in einem Kasten zu tragen. Zwei Meter weit. Ich esse auch keine Nägel und ich schlafe (noch nicht) verkehrt herum im Bett. Trotzdem fühl ich mich heute stark, frech und wild wie Pipi.

Alles hat damit angefangen, dass sich ein Gewitter zusammenbraute und mein Bruder keine Lust hatte noch schnell zum See zu fahren. Weil es die ganze nächste Woche immer wieder regnen oder sogar gewittern soll, hat mich punktimdunkeln heute aus der Wohnung geschmissen. Sonst wäre ich wahrscheinlich nie losgefahren. Mit dem ersten Klicken meiner Gangschaltung am Rennrad wusste ich, dass das die richtige Entscheidung war.

Kurzerhand steuerte ich auf meinen Lieblingssee in der Umgebung zu. Alleine schon das schnelle vorankommen, das Vorbeifliegen der vielen Farben und das Sommergefühl machten mich glücklich. Als ich am See ankam war kaum was los. Eigentlich wollte ich nur meine Füße abkühlen. Schwimmsachen habe ich auf dem Rennrad nämlich nicht dabei gehabt. Ich konnte dem klaren, kühlen See nicht widerstehen. Klamotten aus und rein da.

Ich weiß nicht, wann ich das letzte Mal in Unterwäsche schwimmen war. Wahrscheinlich als Kind. Mir wurde ziemlich schnell danach klar, dass ich weder Handtuch noch Wechselklamotten dabei hatte. Die Leute schauten etwas seltsam, als ich meine Sachen nach kurzer Zeit einfach wieder anzog. Ich schaute auch nicht schlecht und wunderte mich, über mich selbst. Aber es donnerte mittlerweile und ich wollte nicht auf dem Rad unterwegs sein, wenn es anfangen würde zu gewittern.

Wow, denke ich jetzt noch. Ich sollte viel öfter so mutig, frech und wild sein. Die meisten fragen sich wahrscheinlich, was daran so besonders sein soll. Für mich war es das. Sonst bin ich nämlich ein sehr verkopfter Mensch, was dazu führt, dass ich alle Möglichkeiten durchdenke und am Ende die Chance verpasse, um mal was anders zu machen als sonst. Durchdenken gibt halt Sicherheit. Dabei kann man sich anscheinend so oft selbst zu seinem Glück verhelfen.

4 replies to “Seepause

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