Meister der Tunnel, Könige der Berge

Säntis

Die Schweiz ist nicht einfach nur zum Durchqueren da. Sie muss bewundert und geachtet werden. Deswegen brachen wir am Tag nach unserer Italienreise noch einmal auf, um das Land ein bisschen näher zu erkunden. Natürlich hatte ich mir vorher mal wieder einen Plan zurecht gelegt, was ich gerne alles sehen wollte. Vor allem den Säntis. Unbedingt den Säntis. Dahin führte uns dann auch der erste Stopp.

Wenn man schon einmal in der Schweiz ist, dann muss man doch unbedingt in die Berge! Denn bis auf Käse, weites Land und hohe Berge hat die Schweiz doch gar nicht so viel zu bieten. (Ist selbstverständlich totaler Quatsch.) So tuckerten wir also durch die Apfelplantagen, vorbei an etlichen Kühen (ich bin selber immer ganz glücklich, wenn ich die glücklichen Kühe sehe!) mit Almabtrieb und in die Berglandschaft hinein.

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Alle nacheinander, bitte

Das Alpsteingebirge mit dem Säntis als höchsten Gipfel. Als wir unten auf den Parkplatz der Seilbahn fuhren, wäre ich am liebsten abgebogen uns zu Fuß nach oben gelaufen. Es juckte mir in den Beinen. Das ganze Gebiet um den Säntis sieht nach Wanderparadies aus. Nur das Wetter war nicht so berauschend. Alles grau und den Gipfel konnten wir vor lauter Wolken gar nicht erst sehen.  Also hinein in die Seilbahn und ein paar Wolken fangen. Wir fuhren quasi ins Nichts hinein.

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Wolken fangen auf 2.500m

Oben angekommen musste ich erst mal meinen Kopf unter all den Kapuzen verstecken. Als wir auf die Aussichtsplattform traten, biss der Wind wild um sich. Ich ließ mich nicht ärgern und biss zurück. Vor mir erstreckte sich eine weiße, undurchsichtige Wand aus Nebel. Aber wenn man schon hier oben ist, muss man sich auch ein bisschen umgucken-selbst wenn es nichts zu sehen gibt. Denn nichts sehen auf dem Berg ist immer noch schöner als nichts sehen irgendwo anders.
Der Phantasie war freien Lauf gelassen. Ich malte mir also die schönsten Landschaften hinter all den Wolken aus und versprach mir selber noch einmal wieder zu kommen. Bei besserem Wetter!

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Hinter dem Grau versteckt sich die Schönheit

Die Schweiz mag ich nicht nur wegen der Berge, auch wegen ihrer Ovomaltine. Als Brotaufstrich find ich das sehr lecker und mit einem Heißgetränk wärmte ich mich dann auf dem Gipfel im Panoramarestaurant (überragender Ausblick, haha) wieder auf. Als wir dann die Rückfahrt wieder antreten wollten, kamen wir noch mit dem jungen Ami aus San Diego ins Gespräch. Endlich jemand der mein rastloses Abenteurerherz vollstens verstand. Er hatte es richtig gemacht und war hinauf gelaufen.

Schwägalp

Auf meiner To-Do-Liste für den Urlaub stand nach der Gipfelbetrachtung auch noch das Trinken von frischer Alpenmilch. In der Käserei am Fuß des Berges kam ich dann tatsächlich dazu aus kleinen weißen Plastikbechern leckere Kuhmilch zu schlürfen. Ich weiß nicht ob es Einbildung war, aber es war die beste Milch seit langem, trotz Plaste.

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Neuer Lieblingsplatz. Da wo kaum Menschen sind, dafür umso mehr Natur.

Als wir übrigens durch die dicke Wolkenschicht auf der Talfahrt brachen, war unten das schönste Wetter. Das Alpsteingebirge mit Umgebung war herrlich schön anzusehen. Nur der Säntis blieb den ganzen Tag im Nebel verborgen. Nicht schlimm, wir mussten eh weiter, denn die Schweiz ist ja noch groß. Nur das losreißen vom Berg fiel mir nicht so leicht-von mir aus hätte man mich auch einfach stehen lassen können und ich hätte den ganzen Tag mit offenem Mund die Berge angestarrt. Auch wenn sich am Bild rein gar nichts geändert hätte.

Lie

  • Seilbahn fahren
  • Säntis Gipfel
  • Almabtrieb durch die Straßen
  • Frische Milch trinken
  • Bergliebe. Einfach stehen und gucken
  • Lebensgeschichten mit dem Ami ausstauschen

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