Das bunte Leben am Atlantik (USA Tag 6)

Roadtrip (Part 1)
Orlando – Melbourne – St. Port Lucie – Lantana – West Palm Beach – Miami Beach

Leider mussten wir unser Hotelzimmer, welches wir so lieb gewonnen hatten, nun schon wieder verlassen. Aber es fiel uns nicht schwer. Mit großen Erwartungen, mit Vorstellungen von nie gesehenen Orten, die noch vor uns lagen, brachen wir am Morgen auf. All unser Gepäck verstauten wir im Auto. Nachdem wir herausgefunden hatten, wie die Schranke vom Parkplatz aufging, ging es auch schon los. Im Publix kauften wir uns dann einen Sunpass, den wir die ganze Fahrt über nicht gebraucht hatten, den wir nicht mal registrieren konnten, der ein absoluter Fehlkauf war. Aber wir waren ja feige und wussten nicht, was vor uns liegen würde.

Und was lag vor uns? Breite Straßen mit wenig Verkehr. Rechts wechselten sich Wiesen, Seen und Wälder ab. Mitten im Nirgendwo. Ab und an tauchten mal ein paar Ranch’s auf, aber auch die ließen wir schnell hinter uns. Schon ziemlich bald sah ich sie: Riesige Greifvögel in Schwärmen. Sie kreisten über den Wäldern, über der Straße. Im Nachhinein geh ich davon aus, dass es Geier waren, aber sicher bin ich mir nicht. Auf jeden Fall war ich kilometerlang damit beschäftigt ein Foto von ihnen zu schießen, bis ich mich einfach zurücklehnte und sie beim kreisen beobachtete. Ein bisschen kam ich mir vor, wie in einem Film. Meine beste Freundin am Steuer, angenehme Stille im Auto, die Landschaft Amerikas, die an uns vorbei zog, die Füße auf dem Armaturenbrett. In dem Moment konnte ich mir keinen besseren Ort vorstellen, nichts schöneres, was ich hätte machen wollen. Und das sage ich, als überzeugte Fahrradfahrerin.

Unser Weg führte uns bis nach Melbourne. Dort wechselten wir auf einem Parkplatz, damit ich bis nach St. Port Lucie weiterfahren konnte. Die Straßen blieben auch in den Städten angenehm überschaubar. Die Kilometer flogen dahin. Nach einem kleinen Snack zwischendurch, ging es weiter bis nach Lantana. Auch hier wechselten wir noch einmal, um uns dann nach Miami Beach aufzumachen. Der Atlantik begleitete uns schon seit einer gewissen Zeit. Die Häuser wurden immer pompöser, die Strände immer schöner. Irgendwann begann es zu regnen. Ein richtiger Sommerschauer. Ich lief einmal um das Auto rum und fragte mich, wieso wir in Deutschland nicht solch einen warmen Regen haben konnten. Die Sonne meldete sich schnell wieder zurück.

Leider stand jetzt das nächste Problem an: Tanken. Sobald wir jedoch neben die Zapfsäulen fuhren war uns klar, dass dies nichts werden würde. Wir wussten nicht einmal, was wir tanken konnten. Im nicht vorhandenen Tankdeckel stand E85, aber das gab es an den Tankstellen nicht. Ebenso verstanden wir die Zapfsäulen nicht. Tankwärte sind nicht unbedingt meine Freunde – schon gar nicht in Amerika. Die Leute waren gleichgültig und interessierten sich nicht für unsere Fragen. Der eine verstand zu wenig Englisch und dachte sogar, wir wollen Geld von ihm. Langsam machte sich Panik in uns breit. Die letzte Notlösung war, dass wir uns vor einen der Supermärkte stellten, das Wlan nutzten und googleten, wie es weitergehen sollte. Dann kam die Überraschung: Eigentlich ganz leicht. In den Tank ist alles reinkippbar, bis auf Diesel. Und das machten wir dann auch. Nachdem wir akkurat bezahlt hatten und die Zapfsäule freigeschaltet wurde. Das Tanken hier ist nicht so schwer wie vermutet. Außer man weiß es nicht besser. So setzen wir unseren Weg mit vollem Tank fort. Und schon waren wir in Miami. Die hohen Häuser bauten sich vor uns auf, teure Schiffe lagen im Wasser, die Autos wurden schneller. Aber der Verkehr hielt sich noch immer an das unausgesprochene Gesetz: Bloß keine Hektik.

Miami Beach; Ocean Drive

Wir fanden das Hotel sehr schnell und rollten auf den Parkplatz. Hier verzweifelte ich zum zweiten Mal nach der Tankaktion. Ich sollte rückwärts einparken, was eigentlich kein Problem gewesen wäre, wenn der Parkplatzwart mich gelassen hätte. Ihm fehlte wohl die Geduld, daher wollte er unser Auto selbst einparken. Wir wollten ihm jedoch die Schlüssel und das Gepäck nicht überlassen. Irgendwie verhedderten wir uns dann mit ihm in einem kleinen Streit – der war aber auch echt unfreundlich. Wir fuhren also einmal im Viereck und hielten direkt vor dem Hotel um einzuchecken. Leider kam es dann aufs Gleiche hinaus: Wir luden unsere Koffer aus, der Kofferboy brachte sie uns ins Zimmer und irgendwer Fremdes fuhr unser Auto irgendwo hin. Wie schnell man sich an etwas gewöhnt und es nicht mehr hergeben will.

Tag 6 Miami

Unser Hotelzimmer war ein eigenes kleines Appartement – sogar eine Küchen hatten wir und im Badezimmer eine Regendusche. Weil wir dann jedoch noch nicht ausgelastet waren und uns in Miami Beach umschauen wollten, traten wir zurück auf den Ocean Drive. Noch ein Vorteil des Hotels war die Lage. Ein paar Meter nur und schon standen wir am Strandaufgang. Wir konnten den Atlantik sehen! Ganz nah! Weil die Sonne schon fast untergegangen war, waren wir alle in blaues Licht gehüllt und so spiegelte sich der Atlantik überall. Angenehm warm war er auch. Die Leute tummelten sich noch immer im Sand, hörten laute Musik und spielten mit ihren Kindern. Wir bewegten uns auf die Hochhäuser zu, den Blick jedoch eher auf die Muscheln zu unseren Füßen. Auf der Promenade am Ocean Drive ging es wieder zurück. Hier war das komplette Gegenteil zu Orlando zu fühlen. Alles war laut, alles war bunt, die Leute hatten Spaß, waren offen und lebendig. Hier herrschte Highlife und wir fühlten uns mittendrin pudelwohl.

Lie

  • Roadtrip starten.
  • Das gelassene Gefühl auf Floridas Straßen.
  • All die neuen Orte entdecken.
  • Naturspektakel in Form von Geierschwärmen betrachten.
  • Trotz Schwierigkeiten am Ziel ankommen.
  • Miami Beachs Flair erleben.

9 replies to “Das bunte Leben am Atlantik (USA Tag 6)

  1. schöner reisebericht..
    alles gute und viel schöne erlebnisse und abenteuer!
    ich könnte mir vorstellen, mehr und größere fotos interessieren deine leser-innen?
    ciao
    ralli beaumonde

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    1. Danke, für deinen Kommentar und den Hinweis mit den Fotos.
      Leider gab es an diesem Tag keine besonders guten, die ich hätte präsentieren können.(Da kommen aber die nächsten Tage noch einige.) Und von der Größe her spielt mein Blog-Layout leider oft nicht mit. Aber ich werde sehen, was sich machen lässt.

      Liebe Grüße
      Ines

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    1. Danke, für die lieben Worte 🙂
      Leider war ich an dem Tag zu sehr mit dem Fahren beschäftigt, als mit Fotos machen. Und wenn ich welche gemacht habe, sind sie verschwommen, weil ich wahllos aus dem Autofenster raus geknippst habe. Aber es kommen mehr – versprochen 😉

      Liebste Grüße!

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