Freitags Besorgungen machen, abends gemütlich im viel zu warmen Wohnzimmer sitzen. Serien schauen, lesen und Katzen kuscheln. Samstags wandern oder birden – oder beides – abends in die Badewanne. Weißkohl-, Grünkohl- oder Rotkohlschmaus kochen. Und sich dann zu zweit ins kalte Schlafzimmer kuscheln. Sonntags in die Boulderhalle, nachmittags backen. Abends Tatort schauen. Ein Abendschmaus, dann mental auf die nächste Woche vorbereiten.


Heute ist Samstag, also ein Wandertag. Nachdem wir nicht nach Chironico gefahren sind, bin ich morgens okay früh los, um weiter die Umgebung zu erkunden. Dieses Mal ging es nach Mühlingen. Dort gibt es ein altes Kieswerk, ein riesiges Naturschutzgebiet und den Herbst. Die Baggerseen sind voll gelaufen mit Wasser, auf dem ersten habe ich kein Glück. Lange Zeit bin ich alleine unterwegs, erst am Ende begegne ich Menschen.



Die Möwen fliegen im Schwarm Kreise über die Felder. Die Graugänse quäken, die Nilgänse dazwischen. Ein kleiner Trupp Schwanzmeisen fliegt von Busch zu Busch. Der Eisvogel funkelt in der Sonne. Immer wieder piepsen die Erlenzeisige. In großen Gruppen geht’s von Baum zu Baum. Die Enten lassen sich treiben. Dazwischen die Blässhühner.
Immer wieder fallen langsam raschelnd Blätter zu Boden. Das Sonenlicht fällt herrlich schön durch die Buchen und Eichen. Die Lärchen strecken ihre gelben Nadeln in die Höhe, bevor sie sie bald in ein paar Wochen fallen lassen werden. Egal wohin man schaut, es zeigen sich versteckte Details. Kleine Pilze, Tau im Moos, die Wespe in den Nadeln.
