Sonnenfinsternis

Was war das für ein angekündigtes Spektakel. Der Mond würde die Sonne bis zum 90% verdecken. Ich tat mich schwer damit am Abend nochmal los zu fahren. Noch immer war es so warm. Aber erstmal auf dem Rad gesessen und eine kleine Erhebung gesucht, dann konnte der Spaß los gehen. Allerdings hatte ich keine Brille. Also musste ich ganz vorsichtig durch mein Objektiv von Wilmar schauen. Ohne Brille sah man nämlich genau nichts. Ich beobachtete erstmal, wohin die Menschen strömten. Und schloss mich dann selbst an.

Pünktlich zum bedecken der Sonne kam ich dann oben auf dem Hügelchen an. An den Hotspots schienen etliche Menschen zusammengekommen zu sein, daher war ich froh, dass ich hier nicht allzu viel Gesellschaft hatte. Und tatsächlich war es dann auch noch sehr nette Gesellschaft. Wir unterhielten uns über Fotografie im Allgemeinen, um Vögelfotografie und irgendwann über Fahrräder.

Während der Mond sich immer weiter vor die Sonne schob und die Sonne mit Mond weiter am Himmel versank. Das Licht war magisch. Die warme Sommerluft tat ihr übriges. Erst da viel mir auf, dass ich zwar bisher in diesem Sommer viel morgens, aber selten abends unterwegs oder gar draußen gewesen war. Ich fühlte mich wie ein Vampir, der im Sonnenlicht verbrannte – vor allem bei der Mittagshitze hatte ich es in den letzten Wochen nicht nach draußen geschafft.

Finternis steht für das fehlen von Licht. Da die Sonne aber sowieso gerade am Untergehen war, fehlte das Licht gar nicht. Es veränderte sich nur. Wurde warm. Wurde magisch. Ganz anders als bei einem normalen Sonnenuntergang. 1999 war zuletzt eine komplette Sonnenfinternis. Ich kann mich nicht mehr daran erinnern, wie sie abgelaufen ist, nur das sie ebenfalls ein großes Highlight war. Nun muss man erstmal wieder ganz schön lange warten, bis es wieder finster wird.

Hinterlasse einen Kommentar

close-alt close collapse comment ellipsis expand gallery heart lock menu next pinned previous reply search share star