Val Medal [Schweiz, Graubünden]

Was doch eine gute Mütze Schlaf nicht alles macht. Ich fühlte mich viel ausgeruhter und wacher am nächsten Morgen. Am Samstagabend ist K. noch zu uns gestoßen und heute konnte ich meine Bande überzeugen früh los zu gehen. Während R & R also noch schliefen, machten wir uns auf den Weg. Ich glaube M³ war bereits zu Beginn der Tour schon genervt, nach dem er sich erst kurz vorher die „Anleitung“ wie er es nannte, durchgelesen hatte. Ich aber war voll in meinem Element. 15 km Wanderung, 800 (oder 900) hm – man ist sich nicht ganz sicher.

Zunächst führte uns die Wanderung durch eher schattiges Gelände steil bergauf. Wir machten viele kurze Pausen zwischendurch, weil wir hier weiterhin als Trümmertruppe unterwegs waren. Eine Asthmakandiatin, ein Schulterverletzter und eine Herzpatientin. Für den Aufstieg verteilte K noch eine Runde Traubenzucker und zack waren wir oben auf dem Gipfel. Nicht ohne den ganzen Weg über zu staunen und immer wieder zu sagen: „Was für eine schöne Aussicht, was für ein schöner Weg!“

Oben am Gipfel gab es natürlich erst einmal eine kurze Mittagspause. M³ machte ein Nickerchen, ich schaute auf die Berge und lauschte dem Wind, K machte.. Sachen? Jede:r war ein bisschen mit sich selbst beschäftigt und wir genossen es in vollen Zügen. Das Wandern, das Ausruhen, die weite Sicht, die Gesellschaft.

Nach dem Gipfel hatten wir zwar alle Höhenmeter geschafft, aber auch erst ein Drittel des Weges. An Abenteuer und Schönheit ließ er aber nicht nach. Auf schmalen, teilweise sehr ausgetretenen Wegen, ging es weiter am Fels entlang. Über Schneepartien. Steil bergab. Tiere entdecken wir eigentlich keine, dafür aber umso mehr Pflanzen. Überhaupt war ich an diesem Wochenende immer wieder stehen geblieben, hatte die Pflanzenapp geöffnet und mir neues Wissen angeeignet.

Als wir die 800 (oder 900) hm wieder fast hinter uns hatten, kam ein weiterer, sehr schöner Abschnitt des Weges. Es ging wieder durch schattigen Wald und tatsächlich mal einen Moment flach. Meine Beine dankten es mir sehr. Generell war es wieder sehr warm geworden und unsere frei Körper mittlerweile ziemlich geschächt. Ich scherzte, dass die Höhenmeter ja hauptsächlich für den A**** waren. Jede Minute dieser Wanderung genoss ich in vollen Zügen. Diese Natur, diesen wunderschönen Weg und diese beste Begleitung.

Abschließend, kurz vorm Ziel füllten wir unsere Wasserflaschen noch am Trinkwasserbrunnen auf und schleppten uns zum Fimatsch Wasserfall. Diesem kleinen Naturspektakel konnten wir kaum Beachtung schenken. Unser Fokus lag auf Schatten, Beine hochlegen und etwas snacken, nur um danach eine Abkühlung zu finden.

Und genau so machten wir es. Mit verbrannten Gesichtern packten wir unsere Schwimmsachen, fluchten die gesamten 70 Meter bis zur Badestelle, dass diese so weit weg war und kühlten uns dann im eiskalten Nass ab. Dann lagen wir nur noch im Schatten. K machte einen Mittagschlaf, M³ und ich spielten. R & R kamen von ihrer Tour zurück. Beim Abendessen gab es dann eine Spielrunde und weil es so schön war, spielten wir einfach nach dem Essen weiter. Gute Musik inklusive. Die Müdigkeit überkam uns dann doch recht schnell.

Morgens krabbelte ich aus dem Bett, frühstückte gemütlich mit M³. Dann verabschiedeten wir uns von K, R & R und machten und zeitig auf den Heimweg, um nicht in den Rückreiseverkehr zu kommen. Daheim trieb es uns ins Resti und es gab eine große Schüssel Ramen. Solche Wochenenden, liebe Menschen, das ist, was mich glücklich macht. Davon kann es bitte unendlich viele geben. Es braucht nur Natur, ein bisschen gutes Wetter und vor allem eine Gesellschaft, die man herzt.

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