Birdrace

Es ist 5 Uhr, als ich aus meinem Schlafsack krabble. Im Auto neben mir und im Schlafsack vor meinem Bus regt sich noch nichts. Als ich nach dem Zähneputzen wieder zurück bin, bewegt sich mehr. Allen will Kaffee, Nick auch. Ich will starten. Fernglas gezückt und Ohren gespitzt. Der Kuckuck ruft schon seit 4:30 Uhr. Die Amsel trällert lauthals. Wir begeben uns erstmal Richtung Wald und in den Wald hinein.

Goldammer, Kornweihe, Rostgänse, … auf Feldern und am Waldrand unterwegs. Wir irgendwo dazwischen. Ein blauer Himmel, unten noch gelblich, blass, fast weiß. Durchkreuzt von Flugzeugstreifen. Müde Körper schleppen sich den Weg entlang, trotzdem alle aufgeregt.

Nach fast drei Stunden sind wir zurück an unserem Lager, aber weil es noch ein Biotop um die Ecke geben soll, laufen wir vor der Kaffeepause erstmal weiter. Viele Wasservögel gibt es nicht zu entdecken. Nur die Graugänse mit ihren Kindern. Wir ruhen uns aus, bis kurz nach Mittag. Liegen im Schatten, machen Nickerchen, nehmen Podcast auf. Und weiter geht die Sause. Wir düsen in das Naturschutzgebiet Hainberg, Richtung Nürnberg. Dort ist es brüllend warm. Eine enorme Hitze und wir latschen durch die Mittagssonne. Hören immerhin den Pirol.

Nach unserem Besuch im Naturschutzgebiet gab es einen Abstecher für ein eiskaltes Radler in das Café neben dran. Wir waren mittlerweile alle ziemlich am Ende. Hatten nun aber noch 45 Min. Autofahrt vor uns, zu unserem letzten Stopp heute. Auf der Fahrt konnten wir noch Weißstorch, Schwalben und Rotmilan abhaken. Beim Altmühlsee stiegen wir wie der letzte Trümmertrupp aus dem Auto. Wir mussten uns auch erstmal kurz in den Schatten setzen, bevor es irgendwie weitergehen konnte. Zu viel Sonne, zu viel Bewegung.

Der Altmühlsee war ein reines Paradies. Es wurde langsam Abend und die Vögel kamen hervor, begannen wieder zu trällern. Die Graugänse waren in Scharen unterwegs. Als wir dann über den Steg zur Beobachtungsplattform liefen, waren die anderen Birder alle am Start. Auch Komoran, Fitis und Reiher. Von der Plattform aus sahen wir dann tätsächlich Bruchwasserläufer, einen Haufen Kiebitze, Kampfläufer, Flussregenpfeifer, Löffelenten und und und.

Ich war wieder hellwach. Die Jungs auch. Also weiter, die Runde beenden. Hier zwitscherte doch wirklich die Weidenmeise. Und sie zeigte sich dann auch sogar mit Nistmaterial im Schnabel. Zucker! Auf dem Schluss der Runde noch die Schnatterente, Gartengrasmücke und Rohrschwirl. Ein erfolgreicher Tag. Nächstes Jahr wieder.

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