Reset

Letzte Woche wurde unsere Wohnung zu einem Krankenlager. Nach einer OP kann mein Mitbewohner aktuell nur noch sehr wenig. Ich hatte also eine neue Katze, ihn und mich zu versorgen. Da war man mitten im Arbeitsmodus und die Katzen streiten sich. Der Große frisst der kleinen das Essen weg. Generell macht er gerade viel Blödsinn. Zum Beispiel hat er es für sich entdeckt im Katzenklo zu baden. Nebenbei war ich also im Seminar und kochte gleichzeitig noch Suppe für den Verletzten. Selbst abends kam ich nicht runter. Es war einfach zu viel.

Dann habe ich mir am Samstag meine Kamera geschnappt und bin vor die Tür gegangen. Im Garten stritten sich nämlich nur die Meisen und den Streit muss ich nicht schlichten. Der kleine Hausrotschwanz beobachtete das Geschehen ganz genau. Singdrossel, Zilpzalp und Specht bekam ich nicht vor die Kamera.

Weil es sich in der halben Stunde wie ein Reset-Knopf drücken angefühlt hatte, bin ich am Sonntag mit dem Fahrrad los. Habe neue Wege ausprobiert und alte Orte besucht. Einen ganzen Trupp Bluthänflinge dabei erspäht. Einen Radweg gefunden, der mich an den in der Heimat erinnert hat. Außerdem wunderschöne, abgelegene Höfe.

Ich wohne jetzt selber auf einem. In Teilen hat sich mein Wunsch also erfüllt. Mir fehlt aber weiterhin das Gärtnern und die dazugehörige Hofgemeinschaft. Aber aktuell will ich mich wirklich nicht beklagen. Viel schöner geht es eigentlich nicht. Viel ruhiger kaum. Und wenn es mal wieder zu viel wird, drücke ich reset und gehe vor die Tür.

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