Nebelwochen

Der Herbst hält Einzug. Mehr und mehr. Wenn ich morgens lüfte, strömt der Geruch von Kaminfeuer in die Wohnung. In den Läden stehen schon seit langer Zeit Lebkuchen und co. Weihnachten fühlt sich noch sehr lange Zeit entfernt an. Dabei ist schon wieder Mitte November. Seit Wochen ist das Wetter gleich: Morgens, mittags, abends immer nur Nebel. Das versetzt mich in der Zeit zurück. Um ein Jahr. Als der erste Herbst am See anstand. Als ich mit meiner Arbeit immer unzufriedener wurde.

An diesen Tagen bin ich nach Hause gekommen, habe mich geflüchtet in mein ganz persönliches Zuhause, in auffangende Arme. Jemand der da war. Gerade fehlt mir das sehr. Das nach Hause kommen. Die Gewissheit, ich kann mich fallen lassen. Schimpfen, auskotzen und dann ist wieder alles gut. Ein Jahr später fahre ich über die Allee, um mich herum Nebel und mir gehen die Gedanken durch den Kopf, dass ich heute Abend im Dunkeln mit Gegenwind keinen Spaß haben werde. Dann werde ich in die kalte Wohnung kommen, in eine Stille in die ich nicht gehen will. Deswegen die letzten Tage und Wochen so vollgeknallt mit Geräuschen. Versucht diese starken Arme, das Sicherheitsgefühl woanders zu finden. Bei jemand anderem.

Es war gut für vier Wochen. Jetzt kommt das Hinterfragen. Genau wie der Nebel, genau wie die Kälte, genau wie die Stille. Sobald ich alleine in der Wohnung sitze, werden die Gedanken laut. Ich will nicht hinterfragen. Bin müde von all dem Nachdenken. Tippe ins Handy, schreibe der Person, die mich gerade auffängt. Für den Moment. Einmal nicht verkopft sein. Einmal die Gedanken abstellen, das wär’s.

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