Nachtfall

Letzte Nacht schüttete und blitzte es. Und ich im Takt dazu. Ein heulendes Elend, zusammengekrampft im Bett. Keine einzige Stunde Schlaf. Mit Luftnot und Panikattacken. Denn mein Kopf war voller Vorstellungen an die Zukunft. Wie kann die Zukunft aussehen, wenn ich morgens aufwache und dieser Mensch nicht mehr neben mir liegt. Wenn sein Gesicht nicht mehr das Erste ist, was ich morgens sehe.

In meinem Kopf habe ich Umzugskartons gepackt. Das ging einige Zeit gut, aber was soll ich mit den Spielen, wenn ich die nicht mehr mit ihm spielen kann. Was soll Emil ohne Manni auf dem Schaukelstuhl. Was soll ich mit einer riesigen Salatschale, die wir zusammen in Frankreich gekauft haben und die ich niemals alleine leer essen kann. Was soll ich mit all diesen Dingen, wenn sie nicht wichtig sind. Was soll ich überhaupt mit irgendwas, wenn nichts mehr wichtig ist.

In meinem Kopf habe ich versucht mich in irgendeinem Szenario einzurichten. Aber es ist mir nicht gelungen. Immer waren da nur Tränen, Tränen und Tränen. Salzige Wangen und Lippen. Und egal wie sehr ich schlafen wollte, immer kam der Sturm, der Blitz, der Regen in mir. Die Angst so groß wie Berge. Immer sah ich mich ratlos vor dem Laptop sitzen, rätselnd vor dem Fahrrad knieend, wartend, auf den Menschen, der mich bisher aus allen Tieflagen wieder herausgeholt hat. Ein leerer Platz neben mir, ich tief im Loch. Keine Hand, die stützte, kein Arm der mich hinaufzog.

Ich habe die Fäuste geballt. So fest, dass es weh tat. Die Finger ins Kissen gekrallt. Ich bin auseinander gefallen. Ich weiß nicht, ob und wann mich wieder jemand zusammen baut. Ob das überhaupt jemand kann, oder ich einfach Nacht für Nacht weiter auseinander falle.

12 replies to “Nachtfall

      1. es war ein großer Zufall, dass ich das hier gelesen habe. Oder gibt es Zufälle überhaupt? Ich glaube alles hat einen Sinn. Und ich kenne deine Situation nicht, aber ich bin sicher auch das wird auch alles einen Sinn haben. Auch wenn du ihn erst später erkennst!

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  1. Ich war so lange nicht hier. Und jetzt, jetzt habe ich keine Worte. Aber eine riesige Emotion ist in mir, weil ich Dich doch schon so lange begleite. Die Emotion ist diese hier: 🤗 (Ganz, ganz doll für Dich! 💚

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