Urlaub lernen

Erstmal tief ausatmen. Bald ist Urlaub. Aber seitdem wir unseren Bus nicht mehr haben, ist Urlaub irgendwie komisch. Wir können nicht einfach los fahren und gucken wo wir raus kommen. Wir haben auch kein gemütliches Bett mehr, keine Kochstelle, kein Ernie-Flair. Deswegen mussten wir unseren Urlaub planen. Also richtig planen – oder zumindest ich musste das tun. Für M. hat sich nichts geändert. Der würde trotzdem einfach irgendwohin fahren. Aber dann prasseln auf mich die Fragen ein: Was ist, wenn es da keine Unterkunft mehr gibt? Keinen Zeltplatz mehr? Was ist, wenn dann das Wetter schlecht wird? Ich muss Urlaub nun nochmal ganz neu lernen. Und ich finde das nicht so dolle.

Mein Urlaub für dieses Jahr ist zerrupft und nicht beständig. Ich habe das Gefühl ständig ändert sich etwas an der Planung. Um zu entspannen, brauche ich aber eine gewisse Sicherheit. Für Juni hatten wir eine Radreise nach Frankreich geplant. So lange, bis Ms Rad kaputt ging und wir nicht wussten, wann es wieder kommt. Fun fact: Es ist seit fast zwei Monaten zur Reparatur und komplett unklar, wann es wiederkommt. Dann war die Idee eine Ferienwohnung zu buchen – doch wo eigentlich? Sollen wir trotzdem die Rennräder mitnehmen oder wollen wir nur wandern? Mehr Berge oder mehr Meer? Fest verankert an einem Ort, das muss man auch erstmal können.

Zum Glück kann man ja noch zelten gehen. Doch jetzt, zwei Tage vor Abfahrt: Das Gebiet, was wir uns ausgesucht haben, da könnte noch Schnee liegen. Mit Zelt im Schnee? Was ein Luxus. Jegliche weitere Planung für die Urlaube, die noch anstehen gestalten sich ähnlich. Dänemark im August ist zwar fix, doch die Frage, ob ich noch eine Freundin mitnehmen darf, bleibt unbeantwortet. Eigentlich wollten wir im September mit Freunden nochmal nach Frankreich. Nun wird es aber vielleicht doch eher Oktober. Und auch da wieder die Frage: Das Wetter?? Und was mache ich dann da eigentlich? Vielleicht ganz einfache Antwort: Urlaub lernen.

2 replies to “Urlaub lernen

  1. Wie unbeschwert es ist mit dem Camper zu verreisen, kann ich sehr gut nachvollziehen. So wie früher mit dem Zelt, ginge das heute nicht mehr. Dennoch scheint mir das entscheidende bei jeder Planung zu sein, dass man Entscheidungen trifft. Immer wieder neue Fragen aufzuwerfen, führt nicht zum Ziel und die Frage nach dem Wetter hilft selten weiter.

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    1. Da bin ich mit dem Camper auch schon ganz schön verwöhnt. Die Fragen haben wir uns leider nicht freiwillig gestellt, sind doch immer wieder Dinge zwischendurch passiert, die uns für die Planung einen Strich durch die Rechnung gemacht haben. Aber eine Bikepackingtour ohne Rad oder Zelten in den Hochalpen bei Schnee funktioniert dann leider nicht. Also musste ich mich anpassen ans flexibel sein.

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