Jahresrückblick 2023 [April und Mai]

Es ist schwierig das halbe Jahr der Reise in eine vernünftige Abfolge zu bringen. Zeitlich verschwimmt alles. In welchem Monat war was? Die einzigen klaren Punkte in Verknüpfung mit Zeiten sind der Anfang und das Ende. Ich habe beim Anschauen und Durchschauen der Bilder ein ganz warmes Gefühl bekommen. Konnte noch einmal richtig mitfühlen. Es scheint so lange her. Von mir aus könnte es direkt wieder los gehen, auf in neue Abenteuer. Auf in neue Freiheiten.

Frankreich (April)

Das Frankreich schön ist, hatte ich schon geahnt. Das es mich aber so begeistern würde, hatte ich nicht erwartet. Wunderschöne Landschaften, der beginnende Frühling, Aussichten, Natur, Vögel, Stille, Wanderungen, Einsamkeit und Treffen mit Familie. J’ai adoré la France. Mach ich immer noch. Kann es eigentlich nicht erwarten auch noch die restlichen Ecken des Landes zu erkunden – denn Frankreich ist groß.

Spanien (April)

Spanien im Frühling und im Übergang zum Sommer ist auch da schon verdammt warm. Sobald die Pyrenäen hinter uns lagen, zeigte sich eine trockene Landschaft. Kein Regen über all die Wochen, die wir in Katalonien, Andalusien und der Extremadura verweilten. Dafür eine Hitzewelle im Mai mit über 36 Grad. Stauseen führten kein Wasser mehr, der Boden platzte auf. Die spanischen Pyrenäen sind wunderschön, auch der Süden hat, zumindest im Landesinneren, wunderschöne Ecken zu bieten. Nur die Küste, die gefiel mir hier unten gar nicht. Zugebaut mit Hotels und Straßen direkt am Meer. Dann doch lieber die kleinen Orte und Seen. Unser Sommer begann dieses Jahr also schon sehr früh und ging dementsprechend lange.

Spanien (Mai)

Dann kam der Mai mit der ganzen Hitze. Am frühen Vormittag brannte die Sonne schon so, dass es manchmal ohne Siesta am Mittag gar nicht ging. Wir waren Wetter eingeschränkt. Zu gutes Wetter, kann man sagen. Wandern war nur noch ganz früh morgens möglich, Städte erkunden nur noch in kurzer Hose und mit dicker Sonnencremeschicht. Überlaufende Orte und Campingplätze.

Portugal (Mai)

Ein Länderwechsel, um mal ein bisschen portugisische Luft zu schnappen. Um Pastel de Natas zu essen, über weite Sandstrände und durch versteckte Buchten zu laufen. Um aufs Meer zu schauen und im Meer zu baden. Portugal bot Salzwasser in Massen und wesentlich schönere Strände als der Süden Spaniens. Wenn wir Glück hatten, fanden wir manchmal sogar Plätze, wo noch kein anderer Mensch war. Denn sonst war es hier sehr überlaufen. Viele Surfer:innen, viele Camper:innen und das in der Nebensaison. Endlich gab es auch mal wieder Regen. Richtung Norden wurde es dann sogar wieder kühl. So verstrichen die Monate schnell und langsam gleichzeitig. Jegliches Zeitgefühl war verloren. Ich hätte schon ein Jahr oder erst zwei Tage unterwegs sein können. Das war eine ganz neue Erfahrung. Bis der Bus-Lagerkollar kam und wir ein paar Tage brauchten, bis ich bereit war, weiter zu reisen.

Zwei Monate voller neuer Eindrücke. Zwei Monate, die sich wie sechs anfühlten. Jeden Tag an einem neuen Ort aufwachen. Manchmal gar nicht wissen, wie rum und wo man eigentlich gerade liegt im Bus. Dann die Seitentür öffnen und aufs Meer gucken, die Wellen hören, Möwen schreien. Drei Monate meines Lebens, die ich ziemlich gut genutzt habe, würde ich sagen. Außer man geht nach den Anforderungen der Gesellschaft. Arbeiten, arbeiten, arbeiten war in den Tagen und Wochen nicht drin. Keinen einzigen Tag Arbeit. Jeden Tag dafür Erfahrungen gesammelt, die viel mehr wert sind.

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