Seit Wochen fiebre ich diesem Moment entgegen. Kurz wurde das Fiebern eingestellt, da Nordspanien so vieles schönes zu bieten hatte. Doch jetzt – jetzt wo wir über die französische Grenze fahren und zurück sind, fühlt es sich beinahe wie eine Erleichterung an. Frankreich, das Land mit den netten Menschen, dem guten Essen und der wunderschönen Landschaft. Auch wenn wir am ersten Tag zurück in diesem Land eine weite Strecke nur im Auto saßen und die mautpflichtigen Autobahnen begutachteten.
Am Morgen noch der kühle Nebel in Spanien, jetzt wieder 35 Grad im Schatten. Um 19 Uhr abends. Südfrankreich, das muss allerdings wirklich nicht sein. Was hingegen total sein muss, ist dieser Ort, den wir für eine Nacht entdeckten. Fabrezan ist schnuckelig, hat viele kleine, sehr enge Gassen und eine verwirrende Straßenführung, aber auch nette Läden und kühlere Luft zwischen den Steinhäusern. Hinter dem Ort liegt eine Kirche, die unser heutiges Ziel war.


Hier war der Sommer sowas von im Gange. Die Zikaden ließen uns mit ihren lauten Geräuschen die Ohren surren. Teilweise konnte man sich in normaler Lautstärke nicht unterhalten. Die satt goldenen Felder lagen in der Landschaft verteilt, wie kostbar gewebte Teppiche. Heuballen kugelten sich auf den bereits gemähten Feldern. Flaches Land ohne nennenswerte Erhebungen und doch eine Aussicht, die sich lohnte.
Selbstverständlich machten wir auch hier eine kleine Entdeckungstour, auch wenn die Hitze uns die Erkundung etwas schwerer machte. Aber der kleine Rundweg an der Kirche zeigte sich mit einer Schönheit, die alles entschädigte. Dies war so ein Ort. Ein Fleckchen, das man erst einmal finden muss.

