Alcantara [Spanien]

Unverhofft kommt oft. Oder manchmal, wie in unserem Fall. Da wollen wir gemütlich zum Stausee fahren und haben plötzlich eine alte Brücke vor uns. Eine uralte. Genau genommen sind die meisten Teile mehr als 1500 Jahre alt. Trotzdem kann man noch munter über diese Brücke fahren. Das macht auch jede/r, sogar der LKW-Fahrer. Ein kurzer Halt am nächsten Morgen, damit man noch einmal ein Foto vom ganzen imposanten Bauwerk machen kann. Sieht man ja nicht alle Tage so ein altes Kunstwerk. Die Römer, wo die überall waren.

Eine endlich mal wieder unglaublich ruhige Nacht haben wir dann am Stausee. Blick aufs Wasser, das Bienensummen in den Büschen voller gelber Blüten. Mehrere Kühe muhen in der Entfernung, sonst ist alles still. Es bleibt still. An so einem zauberhaften Ort ganz alleine zu stehen ist was besonderes. Wir wissen das zu schätzen und wünschen uns gleichzeitig mehr solcher Orte auf unserer Reise.

Der geflutete Steinbruch um die Ecke ist ein Abendspaziergang wert. Offiziell kann man hier auch baden, aber das wagen wir bei der Tiefe dann heute nicht mehr. Viel mehr interessieren uns die Felsschwalben, Geier und der Schwarzstorch. Letzterer sitzt allerdings sehr weit entfernt auf dem Felsvorsprung, während Geier und Schwalben über unseren Köpfen fliegen. Ein paar locals sind noch unterwegs, doch auch die streben zeitig nach Hause.

Am nächsten Tag wollen wir uns die Stadt anschauen. Am Nachmittag zuvor hat M für eine Tour angerufen und versucht auf englisch für zwei Personen eine Tour auf Englisch zu buchen. Unklar, was bei solchen Anfragen am Ende herauskommt. Deswegen sind wir schon ganz gespannt. Als wir ankommen stehen schon viele Spanier:innen am Infodesk und warten auf die Führung. Wir sehen unsere Chancen auf eine verständliche Tour plötzlich als sehr gering an. Dann verpassen wir auch noch den Start. Zum Glück lässt uns die Dame noch schnell in die heiligen Hallen.

Ich verstehe einzelne Wörter. Brücke. Männer. Orangen. Ein bisschen. Wieder Brücke. Zu den Worten, die gesagt werden lächle ich nett und versuche so auszusehen, als würde ich etwas verstehen. Das Aufpassen ohne aufzupassen habe ich schließlich schon in der Schule perfektioniert. Die Frau ist aber auch sehr bemüht uns noch ein paar Infos auf Englisch zu geben. Wenn sie nichts zu sagen hat, dann verweist sie auf die Infotafeln. Trotz der fehlenden Informationen, ist es dennoch eine spannende Führung. Alleine schon durch die Räume und Höfe zu schlendern und das Bauwerk zu bestaunen, lohnte sich bereits. Außerdem war die Tour ja auch umsonst.

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