Buchliebe

Für mich ist es irgendwie immer etwas ganz spannendes, ein neues Buch aufzuschlagen. Da zu sitzen, mit unbekannten Seiten und sich dann in die Geschichte, den Schreibstil und die Protagonisten einzufinden. Eben so, als würde man verreisen und kenne die Stadt oder den Ort noch nicht.

Letztes Jahr war ich leider etwas enttäuscht von vielen Büchern. Dieses Jahr habe ich immerhin schon zwei sehr gute Bücher gelesen. Man kann fast das Wort „verschlungen“ benutzen – und das, obwohl ich gar keine Zeit hatte.

L. Nelson Spielman: Heute schon für morgen träumen

Inhalt: Deine Träume warten nicht auf morgen: Trau dich – denn Leben ist jetzt! (…) Ein inspirierender Roman, eine Reise zu den Wurzeln einer Familie in Italien, eine Liebesgeschichte über Kontinente hinweg und ein Wegweiser durch die verschlungenen Pfade des Lebens zum Glück. (Quelle: Fischer Verlage)

„Stell dir mal vor, wie stark du sein kannst, wenn du selbst entscheidest, was du glaubst und was nicht.“
-L. Nelson Spielman

Meine Meinung: Eigentlich bin ich nicht der Typ für stumpfe, schnulzige Liebesromane, aber das tischt Spielman hier auch gar nicht auf. Ein lockerer, fröhlicher Schreibstil. Ja, häufig ahnt man vorher schon, was passieren wird, aber das ist ja auch schließlich kein Thriller. Überraschungswendungen gibt es dann trotzdem immer mal wieder. Und kluge Lebensweisheiten bekommt man gratis dazu.

J. Zeh: Neujahr

Inhalt: Lanzarote, am Neujahrsmorgen: Henning sitzt auf dem Fahrrad und will den Steilaufstieg nach Femés bezwingen. Seine Ausrüstung ist miserabel, das Rad zu schwer, Proviant nicht vorhanden. Während er gegen Wind und Steigung kämpft, lässt er seine Lebenssituation Revue passsieren. Eigentlich ist alles in bester Ordnung. Er hat zwei gesunde Kinder und einen passablen Job. Mit seiner Frau Theresa praktiziert er ein modernes, aufgeklärtes Familienmodell, bei dem sich die Eheleute in gleichem Maße um die Familie kümmern. Aber Henning geht es schlecht. Er lebt in einem Zustand permanenter Überforderung. Familienernährer, Ehemann, Vater – in keiner Rolle findet er sich wieder. Seit Geburt seiner Tochter leidet er unter Angstzuständen und Panikattacken, die ihn regelmäßig heimsuchen wie ein Dämon. Als Henning schließlich völlig erschöpft den Pass erreicht, trifft ihn die Erkenntnis wie ein Schlag: Er war als Kind schon einmal hier in Femés. Damals hatte sich etwas Schreckliches zugetragen – etwas so Schreckliches, dass er es bis heute verdrängt hat, weggesperrt irgendwo in den Tiefen seines Wesens. Jetzt aber stürzen die Erinnerungen auf ihn ein, und er begreift: Was seinerzeit geschah, verfolgt ihn bis heute.

Meine Meinung: Juli Zehs Bücher zu lesen, ist wie eine Achterbahnfahrt. Packend, fesselnd, und immer mitfiebernd. Ich konnte es nur selten an die Seite legen und habe es abends im Bett beinahe verschlungen. Alles auf einmal, jede Seite einfach so weggelesen.

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