Howdy Cowgirl! [Kalifornien, Tag 3]

Griffith Park; Sunset Ranch

Wo war nur diese verdammte Straße? Unser Navi, welches leider schon etwas veraltet war, kannte die Hausnummer nicht. Die Straße splittete sich und so waren wir erst einmal hilflos aufgeschmissen. Doch langweilig wurde es ja nie. Wir kurvten ein bisschen am Griffith Park umher, bestaunten die saubere Wohngegend und die Familienhäuser. Wer sucht, der findet auch irgendwann. Denn während wir immer weiter auf das Hollywood-Schild draufzusteuerten, entdeckten wir sie endlich: Die Sunset Ranch.

Ein bisschen gruselig ist es schon, erst einmal über Sprechanlage zu kommunizieren und dann durch ein riesiges Tor zu fahren, welches sich von magischer Zauberhand alleine öffnet. Auto wurde abgestellt, wir hechteten zur Ranch hoch. Endlich waren wir im wilden Westen angekommen. Die Pferde sahen cowboyhaft aus und die Menschen liefen alle mit Hüten und Stiefeln rum. Artig wurde der stolze Preis von 60$ (ohne Trinkgeld) bezahlt. Dann hieß es Helme aufsetzen und los.

Ein bisschen was abenteuerreiches muss in jedem Urlaub sein. Letztes Jahr war es das schnorcheln, dieses Jahr eben reiten. Im Wasser oder auf dem Pferderücken lebt es sich besser. Während wir so durch die Hügel Hollywoods schaukelten, kam ich mir wirklich vor, wie in einem der Wilden-Western-Filme. 2 Stunden waren wir unterwegs. Der Mittel- und Höhepunkt unseres Rittes war der Aussichtspunkt oberhalb des Observatoriums. L.A. ist riesig und diese Größe bekamen wir hier erst in vollem Ausmaß zusehen. Vom Pferderücken aus gleich noch viel schöner. Auch unter dem Hollywood-Zeichen ritten wir entlang. Ich hatte total vergessen, wie schön es klingt, die Hufe auf den Pfaden zu hören. Eine ganz eigene Melodie. Als persönlicher Höhepunkt lief uns dann noch ein Luchs über den Weg. In freier Wildbahn! Du meine Güte, wie lange hatte ich im Harz gehofft, mal einem zu begegnen. Was für ein magischer Moment.

Reiten
Hello Mister Phoenix.

Laguna Beach/ Huntington Beach

Nach dem Ritt ging es mit wackligen Beinen weiter. Laguna Beach, der Surfer Hotspot überhaupt. Erst einmal juckelten wir aber nur ein bisschen am Pacific Coast Highway entlang, um dann an einem überfüllten, überteuerten Restaurant zu halten. Blick erhaschen aufs Meer und wieder hinein ins Auto. Und so ging es den ganzen Nachmittag weiter. Laguna Beach ist ein wunderschöner Ort. Die Innenstadt schlängelt sich so hindurch. Rechts und links Geschäfte. Eigentlich besteht das alles nur aus eleganten, hübschen Häuschen. Auch Huntington Beach ist sehenswert. Surfer gab’s obendrauf.

Laguna
Von der schönsten Seite: Laguna Beach.

Verträumt und ahnungslos hielten wir also immer wieder am Straßenrand und knipsten von allen Richtungen Fotos von den schönen Buchten und Stränden. Doch das machten wir nicht allzu lange. Denn obwohl wir uns nur 2 Sek. vom Auto entfernt hatten, stand ganz plötzlich ein Polizist parat und scannte unser Nummernschild ein. Wir bekamen natürlich sofort erstmal Panik, erklärten ihm, dass wir nur ein Foto gemacht hatten. Er wirkte ziemlich desinteressiert, scannte die Parkuhr-in die wir nichts eingeschmissen hatten-und verzog sich. VERDAMMT, hatten wir jetzt etwa echt ein Ticket bekommen? Auch auf Nachfrage bei amerikanischen Freunden, konnte uns dies keiner beantworten. Hätten wir gewusst, was da noch kommen würde..

Huntington
Das Zwei-Sekunden-Foto

Wir hatten die Nase gestrichen voll und fuhren lieber wieder nach Venice Beach. Die Ironie: In Venice am Strand tummelten sich viel mehr Surfer als am Huntington Beach. Und es gab noch den schönsten, etwas diesigen, aber dadurch mystisch wirkenden Sonnenuntergang als toppic. Tolle Wurst. War trotzdem lohnenswert.

Lie

  • Endlich mal wieder auf dem Pferd sitzen
  • Wilder Westen ganz echt
  • Einen Luchs entdecken
  • Kaliforniens Surfer-Leben hautnah
  • Ein bisschen aufgemischt werden

2 replies to “Howdy Cowgirl! [Kalifornien, Tag 3]

  1. Bist Du vorher schon einmal geritten, Ines? – ich stelle mir das ganz schön anstrengend vor, und dann gleich mal 2 Stunden …

    (Ich habe während meines Klinikaufenthalts auch tiergestützte Therapien gehabt, und während einer durfte ich auf dem Rücken eines Pferdes sitzen – allerdings nur im Stall. Das war eine sehr eindrucksvolle Erfahrung für mich, aber auch eine, bei der ich zunächst einmal ganz schön verkrampfte … – deshalb stelle ich mir so einen Ritt gar nicht so einfach vor …)

    Oh je, ich hoffe, dass die Sache mit dem gestrengen Polizisten kein zu übles Nachspiel für Euch hatte, aber Du wirst ja sicher berichten.

    Einen Luchs in freier Wildbahn habe ich auch noch nie gesehen. – In unserem kleinen Tierpark hier haben wir welche, immerhin in dem wohl schönsten, weil tatsächlich recht naturnahen, Gehege hier. – Aber so was ersetzt natürlich nie die freie Wildbahn.

    Viele, ganz liebe Grüße an Dich!

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  2. Ja, ich bin jahrelang geritten. Es war also eher wie Fahrradfahren, dass verlernt man ja auch nie. (:
    Pferde sind schon ziemlich coole Tiere. Ich kann mir vorstellen, dass es erst einmal ganz ungewohnt ist, auf einem zu sitzen. Das man da verkrampft ist kein Wunder. 😉

    Einen Strafzettel bekamen wir dort zum Glück noch nicht. Allerdings ließ der nicht mehr so lang auf sich warten. :/

    Im Harz gibt es ja auch ein Luchsgehege, das fand ich auch immer schon sehr, sehr beeindruckend. In L.A. habe ich damit so gar nicht gerechnet und war dann somit doppelt glücklich. (:

    Beste, herzlichste Grüße!

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