Zwischen Kletterdrang und Weitsichtsuche (Harz)

So viele Erwartungen werden alle 7 Tage wieder aufs Neue an das Wochenende gestellt. Es war eine schwierige Geburt, aber am Ende haben wir es doch irgendwie hinbekommen. Der Plan war eigentlich ganz simpel: Wir wollten alle zusammen etwas unternehmen. Es kam jedoch, wie es kommen musste: Die einen hatten kein Geld, die anderen Höhenangst und der Rest war genervt. Dann kam uns die Idee des Wanderns. Im vorigen Jahr waren wir auf den Brocken gewandert, wieso also nicht noch einmal einen Teil des Harzes erkunden? Nach etlichem hin und her diskutieren, machten wir uns zu dritt auf den Weg. Immerhin die Hälfte derer, die wir im letzten Jahr gewesen waren.

Wanderschuhe, Stulle und Rucksack dabei und los ging es. Der Parkplatz in Romkerhalle gerammelt voll und das, obwohl es weniger Minuten zuvor noch in Strömen geschüttet hatte. Neben dem Wasserfall ging es direkt los auf den Rundwanderweg. Schon gleich am Anfang führte uns dieser steil bergauf. Unsere Schuhe wurden abwechselnd dreckig vom Klutsch und sauber von den kleinen Bächen, die unseren Weg kreuzten. Nach etwa 15 Minuten waren wir oben angekommen und der steile, schmale Weg führte auf einen geraden Pfad weiter. Ich wollte unbedingt einen Ausblick über das Tal erhaschen, aber es waren nur Bäume und Büsche zu sehen. Trotzdem gefiel es mir hier.

Nachdem wir Pilze und Heide hinter uns gelassen hatten, kamen wir bei der ersten Klippe an. Deswegen waren wir hier. Also ich zumindest. Es hieß nämlich, dass dieser Weg an sämtlichen Klippen des Okertals vorbeiführte und man an jeder Ecke einen wunderschönen Ausblick genießen konnte. Dafür musste man natürlich erst einmal hoch hinaus. Zuerst war da die Feigenbaumklippe, die nur über einen Naturpfad zu erreichen war. Oben angekommen hatte ich auch endlich meine Aussicht übers Land. Stark! WUNDERBAR.

 

Panorama
Ich fühle was, was du nicht fühlst und das ist Freiheit

Von dort ging’s zur Mausefalle. Ein sehr komisches Konstrukt aus Steinen. Mir ist bis jetzt noch nicht ganz klar, wie das so halten konnte.… Lieber nicht weiter drüber nachdenken, einfach weiterwandern. Die Hexenküche wartete schon. Ein Stück weiter den Weg entlang kam dann auch schon die offizielle Raststätte: Das Kästehaus. Nachdem wir kurz verschnauft hatten, führte der „auf-eigene-Gefahr-Weg“ zu den Kästeklippen und somit zum Alten vom Berge. Wirklich witzig. Da schaut man so übers Land, lässt den Blick ein wenig weiter nach rechts schwenken und schon ist dort ein Steinkopf, der ausschaut wie ein alter Mann. Aber wirklich, das so etwas menschliches von der Natur erschaffen wurde! Wahnsinn.

Vom Alten ging es dann bergab. Nicht nur mit dem Weg, irgendwie auch mit uns. Wir liefen zwar noch an vielen Klippen vorbei, aber keiner der Namen blieb mir in Erinnerung. Uns war es nur noch wichtig dem Rundwanderweg weiter zu folgen. Kann ja nicht so schwer sein, oder? Geht ja nur im Kreis RUNDherum. Aber der Harz löst mit seinen Beschilderungen des Öfteren ziemliche Verwirrtheit aus. Zum Glück gibt es ja nette Mitmenschen, die hilflos Verirrten ihre Karte leihen. Wir mussten wieder ein Stück zurück, zum Treppenstein. Hier machten wir eine Stullenpause, schauten auf die Studentenklippen und bewegten uns dann langsam wieder Richtung Auto, vorbei am Lamm und dem Großen Kurfürst. Am Auto angekommen wurde nur noch schnell ein Blick auf den Wasserfall geworfen, den man von oben gar nicht richtig hatte sehen können.

Platt und schon etwas erledigt beendeten wir unsere Wanderung. Und es beweist wieder einmal: Auch ohne viel Geld und mit Höhenangst kann man einen tollen Tag erleben. Das Einzige was dazu dringend benötigt wird, sind gute Freunde und der große Spielplatz namens Natur.

7 replies to “Zwischen Kletterdrang und Weitsichtsuche (Harz)

  1. “ Im Harz, da ist es wunderdchön,
    da steht ein Köhlerhaus.
    Frühmorgens, wenn die Sonne scheint,
    schaut’s Köhler- Liesel raus … “

    Eine sonnige neue Woche … L G … PachT

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  2. „Die Erwartungen an das Wochenende“ …
    das geht wohl vielen Menschen so, und letztendlich verbringen sie es vor dem TV 😦
    Schön, dass ihr es anders genutzt habt, und Du uns daran teilhaben läßt 🙂

    Liebe Grüße
    Bärlinerin

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    1. Bei Regen und kalten Temperaturen kann ich das verstehen – obwohl da auch gerne mal ein Spaziergang gemacht werden darf. (:
      Draußen ist es doch meist viel schöner als drinnen.

      Danke für deinen lieben Kommentar.
      Eine schöne Woche dir und liebe Grüße
      Ines

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